Mutmaßliche Kindesentführung: Hinweise auf Wiederholungstat

Auf einer Straße fahren Autos und auf dem Bürgersteig geht eine Frau mit Kinderwagen.

Mutmaßliche Kindesentführung: Hinweise auf Wiederholungstat

  • 21-Jähriger soll bereits zuvor versucht haben, Kinder in Auto zu locken
  • Ermittlungen wegen Freiheitsberaubung
  • Polizei hat Kontakt zu ersten Zeugen

Nach der mutmaßlichen Kindesentführung in Velbert vor zwei Wochen verdichten sich am Freitag (08.03.2019) Hinweise, dass der 21-jährige Mann bereits zuvor versucht hatte, Kinder in sein Auto zu locken, sagt der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert.

Die Polizei habe mittlerweile Kontakt zu einigen Zeugen, deren Kinder berichtetet hätten, angesprochen worden zu sein. Dies soll laut Oberstaatsanwalt Baumert vor allem im Raum Essen passiert sein. Die beschriebene Vorgehensweise des Täters in Essen sei sehr ähnlich zu dem, was in Velbert passiert sei, so Oberstaatsanwalt Baumert weiter. Ob es sich jedoch um die gleiche Person handle, bleibe noch festzustellen.

Junge entkam nach Auto-Unfall

Im Fall der mutmaßlichen gescheiterten Kindesentführung von Velbert hatte ein 21-Jähriger gestanden, den Jungen in seinem Auto mitgenommen zu haben. Er soll den 10-jährigen Jungen am 22. Februar auf dem Weg zur Schule aufgefordert haben, in sein Auto zu steigen. Der Junge hatte sich zuerst geweigert; als der Autofahrer dann aggressiver geworden sei, sei der Junge in den Wagen gestiegen.

Der Junge konnte dem Mann entkommen, als dieser bei Wodantal die Kontrolle über sein Auto verlor und in eine Böschung rutschte. Er ging daraufhin zu Fuß zu seiner Schule und berichtete Lehrern von dem Vorfall.

Ermittler werten Speichermedien aus

Die Polizei ermittelt mit Hochdruck gegen den polizeibekannten Deutschen - wegen Freiheitsberaubung. Bislang gebe es aber keine rechtlichen Voraussetzungen, ihn festzunehmen, so die Polizei. Welchen Grund der Mann für das Mitnehmen des Jungen angibt, will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben.

Die Ermittler werten derzeit mehrere Speichermedien des 21-Jährigen aus. Kinderpornographisches Material sei bisher aber nicht gefunden worden.

Hinweis aus Kfz-Werkstatt

Der Besitzer einer Kfz-Werkstatt, die auch Autos vermietet, hatte sich in der vergangenen Woche auf den Fahndungsaufruf der Polizei gemeldet. Er hatte im fraglichen Zeitraum einen schwarzen VW Up vermietet, der mit einem Unfallschaden zurückgegeben wurde. Nach genau so einem Fahrzeug hatte die Polizei gesucht. Der Mieter des Autos stellte sich als der gesuchte 21-Jährige heraus.

Kind in Auto gelockt – wie ist der Stand der Ermittlungen? Lokalzeit Bergisches Land 28.02.2019 02:22 Min. Verfügbar bis 28.02.2020 WDR Von Rüdiger Knössl

Stand: 08.03.2019, 13:53