Wie schnell E-Scooter-Fahrer den Führerschein los sind

Polizei kontrolliert E-Tretroller und Fahrräder

Wie schnell E-Scooter-Fahrer den Führerschein los sind

  • Polizei Köln zieht Wochenend-Bilanz
  • 16 Fahrer mit mehr als 1 Promille
  • Polizei: "durchschnittlich - aber alarmierend"
  • E-Scooter-Fahrer verlieren Führerschein
Alkoholtestgerät

Nüchterne Bilanz der Kölner Polizei: 13 Alkoholfahrten in 24 Stunden

Streifendienst in Köln an einem Samstagabend: Der Erste fährt mit einem Smart in Schlangenlinien über den Kölner Klettenberggürtel. Der Nächste rollt mit 1,5 Promille auf dem E-Scooter durch Zollstock. Wieder ein anderer Autofahrer rast alkoholisiert durch Kalk, beleidigt Polizisten, tritt nach ihnen.

Die Polizei Köln-Leverkusen hat mal detailliert aufgeschrieben, was Samstag und Sonntag (07./08.09.2019) los ist auf den Straßen in Sachen Alkoholfahrten. Für Annemarie Schott von der Pressestelle der Polizei ist es eine "durchschnittliche Bilanz - und alarmierend zugleich". Neu sind die vielen E-Scooter-Fahrer, die wegen Alkohol ihren Führerschein verlieren.

Alkoholfahrten in 24 Stunden

  1. Rund 1,9 Promille: Ein 43-Jähriger Corsa-Fahrer fällt einem Polizisten in Freizeit in der Nacht zu Samstag gegen 1 Uhr auf der Bergisch Gladbacher Straße im Stadtteil Mülheim auf.
  2. Rund 1,3 und 1,5 Promille: Zwei E-Scooter-Fahrer (26, 23) auf der Straße Unter Sachsenhausen in der Innenstadt am Samstag gegen 3.30 Uhr.
  3. Jeweils rund 1 Promille: Nahezu zeitgleich beenden Polizisten die Fahrt zwei weiterer E-Scooter-Fahrer (beide 25) auf dem Kaiser-Wilheim-Ring.
  4. Vortest abgelehnt: 23-jähriger Smart-Fahrer fährt vor den Augen eines Streifenteams in starken Schlangenlinien auf dem Klettenberggürtel am Samstag gegen 5 Uhr.
  5. Rund 1,1 Promille: 32-jähriger mit E-Scooter auf dem Hohenzollernring in Neustadt-Nord am Samstag gegen 8 Uhr.
  6. Rund 1 Promille: Mercedes-Fahrer (44) auf der Zeughausstraße im Stadtteil Altstadt-Nord.
  7. Rund 1,6 Promille: 24-jähriger in seinem VW Golf auf dem Kaiser-Wilheim-Ring am Samstagabend gegen 22.45 Uhr.
  8. Rund 1,3 Promille: 33-jähriger E-Scooter-Fahrer kurz vor Mitternacht auf der Boltensternstraße in Riehl.
  9. Rund 2,5 Promille: 28-jähriger Corsa-Fahrer auf der Bergisch Gladbacher Straße im Stadtteil Holweide am Sonntag gegen 1 Uhr.
  10. Vortest abgelehnt: 45-jähriger VW-Phaeton-Fahrer fährt gegen 1.40 Uhr in weiten Schlangenlinien auf dem Vingster Ring.
  11. Rund 1,5 Promille: 27-jährige Fiesta-Fahrerin auf der Leonard-Tietz-Straße in der Altstadt am Sonntagmorgen gegen 4.20 Uhr.
  12. Rund 1,5 Promille: E-Scooter-Fahrer (35) auf Straße Am Vorgebirgstor in Zollstock gegen 4.40 Uhr.
  13. Rund 1,2 Promille: E-Scooter-Fahrer (20) auf dem Heumarkt Sonntagmorgen gegen 6.30 Uhr.

Betrunken auf E-Scooter: Führerschein weg

"Das ist sicher verführerisch, nach der Party die letzten Meter von der Haltestelle mit dem E-Scooter bis vor die Haustür zu fahren. Aber E-Scooter sind Kraftfahrzeuge. Es gelten dieselben Alkoholwerte wie beim Auto. Auch die Folgen sind gleich", sagt Schott.

Was sagen Rollerfahrer, wenn sie ihren Führerschein abgeben müssen? "Viele sind baff. Die Vermieter schreiben das zwar in der App. Aber irgendwie ist es doch noch nicht in den Köpfen drin. Deswegen weisen wir immer wieder darauf hin."

Vortest, Bluttest, Polizeigewahrsam

Und wie ist das generell so, hinter jemandem herzufahren, der Schlangenlinien fährt?

"Na, ja", sagt Schott. "Polizisten suchen ja auf Streife gezielt nach Sachen, die nicht ins Bild passen. Wenn sich jemand auffällig verhält, fahren wir hinterher. Ganz oft riecht es dann schon nach Alkohol, wenn das Fenster runtergeht. Dann bitten wir zum Vortest."

Die Reaktionen auf die Kontrollen sind unterschiedlich: Manche nehmen das freiwillige Angebot zum Vortest an. Andere kommen mit auf die Wache zum Bluttest. Manche motzen drauflos.

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Ein laut Polizei mutmaßlich alkoholisierter 26-Jähriger rast Samstagabend mit 130 Kilometer pro Stunde durch Kalk und beschimpft Beamte, tritt nach ihnen - und landet in Polizeigewahrsam. Alles kommt vor an so einem Wochenende.

Stand: 08.09.2019, 15:20

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 autofahrer 09.09.2019, 10:14 Uhr

    Wer die Idee mit diesen Dingern hatte, gehört eingesperrt. Die einfach nur gefährlich. Wer besoffen damit herumfährt, soll auch ruhig stürzen und sich schwer verletzen - leid tun mir nur die 0pfer, wenn Besoffene mit den Teilen Andere verletzen oder Leute, die sich überschätzen. Die Dinger sind häßlich, stehen überall herum und vollkommen sinnlos, weil sie nur für Kurzstrecken genutzt werden und sicherlich nicht unser Klima retten werden. Fährt mir einer mit so einem Ding in einer Fußgängerzone in die Hacken, gnade dem Gott!