Kindesmissbrauch per Likee-App - weitere Eltern haben sich gemeldet

Kindesmissbrauch via App 02:27 Min. Verfügbar bis 02.12.2020

Kindesmissbrauch per Likee-App - weitere Eltern haben sich gemeldet

Von Oliver Köhler

  • Familie aus Rheinisch-Bergischem-Kreis meldet Fall und wird abgewimmelt
  • Weitere Eltern haben sich gemeldet
  • Kinder sollen gezwungen worden sein, Nacktbilder von sich zu posten

Die Polizei in Bergisch Gladbach hat nach einem Fernsehbericht Ermittlungen gegen einen Sexualtäter eingeleitet, der offenbar Kinder über eine Handy-App zu sexuellen Handlungen zwingt. Wie am Montag (02.12.2019) bekannt wurde, haben Eltern eines weiteren Mädchens Anzeige erstattet. Auch das Kind soll über die App Likee gewungen worden sein, Nacktbilder von sich zu posten.

Weitere Ermittlungsverfahren wahrscheinlich


Der mutmaßliche Pädophile hat bei der App Likee auf seiner Seite fast 600 Kontakte zu Mädchen im Alter zwischen 8 und 12 Jahren aufgelistet.

Über diese App hatte eine Zehnjährige aus dem Rheinisch-Bergischen-Kreis offenbar Kontakt zu einem Mann gehabt, der sie monatelang per Chat dazu gezwungen hatte, Nacktfotos und Videos von sich zu schicken. Ihren Eltern würde etwas Schlimmes passieren, wenn sie sich weigere.

Polizei zunächst überlastet und hilflos

Als die Eltern davon erfuhren, suchten sie Hilfe bei der Polizei. Sie wurden jedoch wieder nach Hause geschickt. Obwohl möglicherweise bis zu etwa 600 Kinder betroffen sind, hatte die Polizei den Fall zunächst auf eine Warteliste gesetzt, weil die Ermittlungen aussichtslos seien. Erst nach Recherchen für einen Bericht in der WDR Lokalzeit Köln am vergangenen Freitag (29.11.2019) nahm sich die Polizei des Falles an. Die Polizei in Bergisch Gladbach hatte dem WDR am Montag (02.12.2019) mitgeteilt, dass es bereits am Tag zuvor erste Ermittlungen gegeben habe.

Recherchen der WDR-Lokalzeit führen zu Ermittlungen

Nach dem Beitrag im WDR Fernsehen am Freitagabend (29.12.2019) hatte sich ein Ermittler bei den betroffenen Eltern gemeldet, sie zuhause besucht und die Aussagen aufgenommen.

App wird von Singapur aus gesteuert

Die Handy App, über die Kinder gezwungen würden, pornografische Aufnahmen von sich zu machen, operiert von Singapur aus. Laut der Beamtin, die die Eltern zunächst wieder nach Hause geschickt hatte, sei es deshalb nicht möglich, Täter zu ermitteln. Diese Angaben hat die Polizei am Montag korrigiert. In dem Fall werde nun mit Nachdruck ermittelt.

Ermittlungen Bergisch Gladbach: "Belastung ist enorm"

WDR 5 Morgenecho - Interview 28.11.2019 05:24 Min. Verfügbar bis 27.11.2020 WDR 5

Download

Stand: 02.12.2019, 18:47