Diskussion um Verletzte bei Protest-Wochenende

Diskussion um Verletzte bei Protest-Wochenende

  • Verletzte unter Demonstranten und Polizisten
  • "Ende Gelände" wirft Polizei Unverhältnismäßigkeit vor
  • Polizei: Alle Vorwürfe werden geprüft

Nach den Anti-Braunkohleprotesten im Rheinischen Revier am vergangenen Wochenende gibt es nun Diskussionen über den Einsatz von Gewalt an den Protesttagen.

Polizei: 16 Beamte bei Einsätzen verletzt

Die Polizei sprach am Montag (24.06.2019) von 16 Beamten, die bei ihren Einsätzen verletzt wurden. Dazu sei es vor allem gekommen, als Umwelt-Aktivisten Polizeiketten durchbrochen hätten

Im Gegenzug wirft das Bündnis "Ende Gelände" der Polizei vor, brutal gegen Demonstranten vorgegangen zu sein. Es sei unverhältnismäßig gewesen, mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Menschen vorzugehen, die in den Tagebau Garzweiler gestürmt sind.

"Ende Gelände": Mehrere schwerverletzte Aktivisten

Laut "Ende Gelände"-Sprecherin Kathrin Henneberger wurden bei den Aktionen Dutzende Braunkohlegegner leicht verletzt. Auch Schwerverletzte habe es gegeben: Mehrere Aktivisten hätten Knochenbrüche erlitten, mindestens ein Aktivist einen Kieferbruch.

22.06.2019, Keyenberg: Aktivisten vom Aktionsbündnis «Ende Gelände» stehen umringt von der Polizei am Rand des Tagebaus.

Die Polizei umringt Klima-Aktivisten am Tagebau-Rand

Polizei will Vorwürfen nachgehen

Die Aachener Polizei teilte mit, sie nehme die Vorwürfe sehr ernst. Jeder Fall werde geprüft. Sollten sich Vorwürfe bestätigen, würden Ermittlungsverfahren gegen die betroffenen Beamten eingeleitet, etwa wegen Körperverletzung im Amt. Zuerst müsse aber die Situation analysiert werden, die endgültige Entscheidung liege dann bei der Staatsanwaltschaft.

Massive Störung der Tagebau-Infrastruktur

Trotz eines massiven Polizeiaufgebots haben etwa 6.000 Klimaaktivisten von "Ende Gelände" am vergangenen Wochenende die Braunkohle-Infrastruktur im Rheinischen Revier massiv gestört. So drangen sie in den Tagebau Garzweiler ein und besetzten die Nord-Süd-Bahn sowie die Hambach-Bahn.

Stand: 24.06.2019, 16:23