Kölner Polizist wegen rassistischer Beleidigung vor Gericht

Ein Polizist der Polizei NRW.

Kölner Polizist wegen rassistischer Beleidigung vor Gericht

Von Markus Schmitz

Wegen rassistischer Beleidigung unter Polizisten hat am Mittwoch vor dem Amtsgericht Köln ein Prozess begonnen. Bei einer Übung sollte der Schwarze Polizist einen Täter spielen. 

War es nur als Witz gedacht? Dann ist der Gag ordentlich nach hinten losgegangen. 

In der Tiefgarage der Polizeiwache in Köln-Ehrenfeld stand eine Übung an. Es ging um die Festnahme eines Täters. Die Techniken eines Zugriffs sollten den meist sehr jungen Beamten näher gebracht werden. Nach der Aufwärmphase verteilte der Leiter die verschiedenen Rollen auf die Teilnehmer der Übung. Als es um die Frage ging, wer den Täter spielen sollte, fiel die Wahl auf einen Beamten mit schwarzer Hautfarbe.

"Möglichst authentisch"

Der Vorfall in der Tiefgarage in Ehrenfeld soll sich so bereits im November 2019 ereignet haben. Der Leiter der Übung soll sinngemäß gesagt haben, dass das Training eine Situation möglichst authentisch nachstellen soll. Er hatte sich unmittelbar und auch mehrere Male danach bei dem Betroffenen entschuldigt. Dieser hielt jedoch an einer Anzeige fest.

Auch der Kölner Polizeipräsident hatte nach Informationen aus Justizkreisen Anzeige gegen den Trainingsleiter gestellt. Einer vorzeitigen Einstellung des Verfahrens gegen einen geringen Geldbetrag stimmte der Trainingsleiter nicht zu.

Mehrere Zeugen geladen

Der Trainingsleiter ist aktuell nicht vom Dienst suspendiert. Übungen führt er allerdings momentan nicht durch. Für den Prozess sind die Beamten als Zeugen geladen, die damals an der Übung beteiligt waren. 

Die Polizeiwache Ehrenfeld war in den vergangenen Wochen immer wieder in den Schlagzeilen. Gegen einige Beamte wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung im Amt ermittelt. Außerdem geht es um Chatnachrichten der Beamten, in denen über Gewaltanwendung geschrieben wurde.

Stand: 08.12.2021, 17:59