Telepräsenzroboter an Düsseldorfer Schule

Düsseldorfer Politiker fordern mehr Roboter-Avatare für Schüler

Stand: 09.02.2022, 16:15 Uhr

Mit sogenannten Telepräsenzrobotern können langfristig erkrankte Schüler als Roboter am Unterricht teilnehmen. Politiker wollen, dass solche Avatare öfter eingesetzt werden.

Ein Jahr lang konnte die heute 16-jährige Nina aus Düsseldorf nicht in die Schule gehen. Im Jahr 2018 wurde bei ihr Leukämie diagnostiziert und therapiert. Zwischenzeitlich konnte sie wieder am Unterricht teilnehmen. Aber im April 2021, mitten in der Pandemie, kam die Krankheit dann zurück.

Roboter ermöglicht Nina Teilnahme am Unterricht

Doch eine Sache war diesmal anders: Nina hat viel mehr vom Schulleben mitbekommen als nur die Hausaufgaben – dank eines Telepräsenzroboters, der für sie im Klassenraum sitzt.

Der Roboter kann von zu Hause aus digital gesteuert werden. Dafür muss sich Nina per PC einwählen. Das funktioniert ähnlich wie die Teilnahme an einer Videokonferenz.

Politik fordert mehr solcher Avatare

Die schwarz-grüne Mehrheit im Düsseldorfer Rat fordert jetzt mehr solcher Roboter für die Schulen in der Stadt.

Zwei solcher Avatare sind bereits seit Herbst in Düsseldorf im Einsatz – weil ein Förderverein der Kinderkrebsstation der Uniklinik Düsseldorf zwei Avatare gestiftet hat.

Politiker fordern mehr Telepräsenzroboter für Schüler

00:20 Min. Verfügbar bis 09.02.2023


Per Roboter am Sozialleben teilnehmen

Einen dieser Avatare mit dem Namen AV1 steuert Nina. Wenn sie sich im Unterricht melden will, blinkt ihr Roboter im Klassenzimmer auf. Dann ertönt – wie bei einem Telefonat – Ninas echte Stimme aus einem Lautsprecher.

So kann sie mit Lehrern und Klassenkameraden kommunizieren. "Ich finde es cool, wenn der Roboter in unserer Klasse ist - auch für die Schüler, die nicht da sein können, die können sich trotzdem am Unterricht beteiligen", meint eine Mitschülerin.

Avatar mit "heilender Wirkung"

Wie wichtig dieser soziale Aspekt ist, merkt Oberarzt Friedhelm Schuster seinen Patienten in der Uniklinik Düsseldorf sofort an: "Es ist oft so, dass die Jugendlichen hier mehrere Wochen oder Monate auf Station sind und dann in eine Trägheit verfallen und den ganzen Tag verschlafen."

Aus dieser Lethargie würde der Avatar seine Patienten aber rausholen: "Wenn sie dann die Abwechslung haben und ihre Freunde sehen, dann merkt man richtig, wie die aufblühen und die Nina ist ein gutes Beispiel dafür", so Schuster weiter.

Offenbar haben die Telepräsenzroboter in gewisser Hinsicht also heilende Kräfte.

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