Zukunft der Braunkohle: Pofalla diskutiert in Neuss

Bagger im Abbaugebiet

Zukunft der Braunkohle: Pofalla diskutiert in Neuss

  • Pofalla stand in Neuss Rede und Antwort
  • Revier soll Energie-Forschungszentrum bekommen
  • Kohlekommission: noch kein Ausstiegsdatum

Wie geht es nach der Braunkohle weiter? Die Frage ist im Rhein-Kreis Neuss ein heißes Thema. Denn laut einer aktuellen IHK-Studie hängen 93.000 Arbeitsplätze in der Region daran. Fast jeder im Kreis hat selber bei RWE oder einer der Tochterfirmen gearbeitet oder kennt jemanden, der das tut oder getan hat. Freitagnachmittag (26.10.2018) stand der Vorsitzende der Kohlekommission, Ronald Pofalla, in Neuss Politikern und Wirtschaftsvertretern aus der Region Rede und Antwort.

Braunkohlerevier soll Energie-Forschungszentrum werden

Der frühere Bundesminister Pofalla hat angekündigt, die bisherige Braunkohleregion solle in den kommenden beiden Jahrzehnten zu einem Forschungszentrum für Energieeinsparungen in Deutschland werden. Unter anderem ist die Ansiedlung eines Fraunhofer Forschungsinstituts geplant. Im Bereich der Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien sollen so zahlreiche Jobs entstehen. Betriebsbedingte Kündigungen aufgrund des Strukturwandels schloss Pofalla aus.

Der Landrat des Rhein-Kreises Neuss forderte in der Diskussionsrunde einen Strukturwandel mit Augenmaß, die Region dürfe durch den Kohleausstieg nicht wirtschaftlich benachteiligt werden.

Zwischenbericht liegt jetzt vor

Der Zwischenbeschluss der Kohlekommission wurde am Donnerstag einstimmig in Berlin verabschiedet. Einiges davon sickerte durch. So sind die Ideen, ganze Bundesbehörden aus dem Köln/Bonner Raum ins Braunkohlerevier zu verlagern, wohl vom Tisch. Dies würde keine neuen Jobs bringen.

Einen konkreten Zeitplan für den Ausstieg aus der Braunkohle gibt es auch noch nicht. Bis Anfang Dezember will die Kommission in Berlin einen Abschlussbericht vorlegen.

Betroffene fürchten um ihre Jobs

In Städten wie Grevenbroich, wo RWE ein Kohlekraftwerk betreibt, befürchten viele Beschäftigte durch den Kohleausstieg ihren Job zu verlieren. Für sie soll die Kohlekommission in Berlin unter anderem Wege finden, neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

Stand: 26.10.2018, 17:30