Kein Verbot: Weiter Pferde im Kölner Karneval

Kein Verbot: Weiter Pferde im Kölner Karneval

  • Festkomitee entscheidet sich für Tradition mit Pferden
  • Musik und Lärm im Rosenmontagszug eindämmen
  • Mehr Sicherheitskräfte als Begleiter geplant

Zur Diskussion über Pferde im Kölner Karneval

Das Festkomitee Kölner Karneval hat sich am Mittwoch (25.07.2018) dafür entschieden, weiter Pferde und Pferdekutschen im Kölner Rosenmontagszug einzusetzen. Die Frage, ob Pferde weiter mitgehen sollen, wird wieder seit dem Unfall im Februar beim Zoch mit vier Verletzten gestellt.

Neues Sicherheitskonzept

Reitergruppen und Kutschen sollen nicht mehr in der Nähe von Musikkapellen mitgehen. Auf den Tribünen müssen laut Festkomitee Musik und Lautsprecherdurchsagen unterbrochen werden, sobald Pferde in der Nähe sind.

Außerdem sollen Sicherheitskräfte Pferdekutschen begleiten und das Publikum im Blick behalten. Das Festkomitee geht davon aus, dass der Kutschen-Unfall mit vier Verletzten in diesem Jahr durch Fremdeinwirkung ausgelöst wurde.

Komitee: Pferde gehören zur Tradition

Ein Ausschluss von Pferden hätte nach Aussage des Festkomitees dazu geführt, dass einige Karnevalsgesellschaften praktisch nicht mehr am Rosenmontagszug hätten teilnehmen können. Auch die mehr als 200-jährige Tradition spreche gegen ein Pferdeverbot im Kölner Rosenmontagszug.

Votum gegen Kutschen in Düsseldorf

Pferdekutsche im Rosenmontagszug

Pferdekutsche im Rosenmontagszug

Der Unfall in Köln im Februar hatte erneut eine grundsätzliche Diskussion um den Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug ausgelöst. Tierschützer fordern schon lange ein Verbot. In Düsseldorf hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval als Konsequenz aus dem Kölner Unfall angekündigt, keine Kutschen mehr im Rosenmontagszug zuzulassen.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 25.07.2018, 12:13

Kommentare zum Thema

25 Kommentare

  • Didicologne 26.07.2018, 19:13 Uhr

    Als Langjähriger Ordner in Karnevalszügen, in denen auch immer Pferde mit dabei waren, kann ich immer wieder nur sagen, das wirkliche Problem ist nicht ím Zug, sondern am Rand. Leider sind den Teilnehmern da aber auch die Hände gebunden. Gerne hätte ich dem Einen oder Anderen, der einem Pferd von hinten einen Klaps auf die Kruppe geben wollten, oder am Schweif ziehen wollten , Ja sogar Zigaretten darauf ausdrücken wollten, einen körperlichen Verweis erteilt aber dann steht man mit Sicherheit vor dem Kadi. Ich konnte nur einen ordentlichen Brüll lassen. In All den Jahren hat es nie große Unfälle mit Pferden gegeben. Aber seit sich so genannte Tierschützer mit aller Macht dagegen stellen kommen merkwürdiger Weise immer mehr Pferdeunfälle vor. Sowas macht auch einen blinden stutzig.

  • Doris Darimont-Doll 26.07.2018, 18:55 Uhr

    Und ich dachte, wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Dem scheint aber doch nicht so zu sein, denn solange auf das Befinden von Tieren, aus welchen Gründen auch immer (Profitgier, Sensationslust, allgemeine Einstufung von Tieren als Ware...), keine Rücksicht genommen wird, sind wir weit entfernt davon. Wenn man den verstörten Blick der Tiere und ihr vom Angstschweiß durchnässtes Fell nicht sehen, und daran nicht erkennen WILL, wie die Pferde in dem ganzen Treiben leiden, der ist weit entfernt von jeder Zivilisation. Wir dürfen uns nicht nur daran messen lassen, wie wir als Menschen miteinander umgehen. Konsequenz dieser überhaupt nicht nachvollziehbaren Entscheidung müsste sein, dass die Zuschauer Veranstaltungen mit derart grober Tierquälerei meiden. Die Freude am Karneval/Fasching/der Fastnacht, würde ohne die Pferde in keinster Weise getrübt. Mit einer Entscheidung im Sinne der Tiere hätte man Grösse gezeigt. Jetzt hat der Konsument ‚das Heft des Handelns‘ in der Hand.

  • Steffi 26.07.2018, 12:18 Uhr

    „Wer Tiere quält, ist unbeseelt und Gottes guter Geist ihm fehlt. Mag noch so vornehm drein er schauen, man sollte niemals ihm vertrauen.“ (J.W. v. Goethe)

  • manuel 26.07.2018, 09:28 Uhr

    es ist ganz klar - es muss es erst tote geben, damit es auch die letzten kapieren.

  • andrea 26.07.2018, 07:50 Uhr

    Karneval ganz abschaffen - braucht kein Mensch!

    • VGB 26.07.2018, 14:03 Uhr

      Allein in Köln jedes Jahr 1 Mio Zuschauer beim Rosenmontagszug. Bisschen mehr als "kein Mensch"

  • Claus Kronaus, Geschäftsführer Ärzte gegen Tierversuche e.V. 25.07.2018, 19:27 Uhr

    Den zahlreichen, sehr treffenden kritischen Kommentaren ist nichts hinzuzufügen. Insbesondere der Kommentar von Dr. Unna ist doppelt zu unterstreichen und mit Ausrufezeichen zu versehen: Das Festkomitee trägt nun die Verantwortung für jeden weiteren Unfall!! Alle anderslautenden Expertenmeinungen liegen seit Monaten auf dem Tisch, siehe der jüngste offene Brief unseres Netzwerks für Tiere Köln (NTK) an Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker, nachzulesen hier: www.netzwerk-fuer-tiere-koeln.de. Anders als in Düsseldorf obsiegt in Köln weiterhin die grob fahrlässige Ignoranz. Aber das NTK - übrigens keine militanten Tierrechtler, sondern Organisationen im Interesse von Mensch und (!) Tier - bleibt am Ball ... Claus Kronaus Geschäftsführer Ärzte gegen Tierversuche e.V. ... Mitglied im www.netzwerk-fuer-tiere-koeln.de

  • Carla Clasen 25.07.2018, 19:03 Uhr

    Leider, leider werden die Verantwortlichen des Kölner Karnevalszuges nicht einsichtig. Pferde haben in diesem Umfeld nichts zu suchen und sind in Panik nicht zu bändigen! Im nächsten Karnevalszug passiert wieder ein Unfall mit Verletzten und vielleicht sogar Toten. Wer wird die Verantwortung dafür übernehmen oder heißt es dann auch, ein ,,Flaschenwerfer,, ist schuld!? Wer sorgt dafür das es keinen ,,Flaschenwerfer,, mehr gibt oder lauten Knall, laute Musik, Luftballons die fliegen und platzen, Menschen die sich freuen und springen und tanzen usw. ? Niemand kann das und ohne Pferde im Zug würde sich die Frage gar nicht erst stellen. Jeder Teilnehmer und Zuschauer wird vor dem Zug 2019 denken: ,,Hoffentlich geht heute alles gut,, Keine guten Voraussetzungen für einen fröhlichen Tag!

  • Ellen 25.07.2018, 18:16 Uhr

    Für mich durchaus die richtige Entscheidung -denn die Gefahr geht nicht von den Tieren aus sondern von den Menschen, die am Zugweg stehen und sich nicht benehmen können und damit Mensch und Tier in Gefahr bringen. Es gab jahrzehntelang keine Unfälle und es ist schon bedenklich, warum sich diese in den letzten Zeiten gehäuft haben. Dies liegt sicherlich nicht an den Tieren, welche weiterhin gut vorbereitet werden, sondern an den Menschen. Darüber sollte der ein oder andere bei seinem Kommentar hier mal nachdenken. Und bevor man sich über ein paar Stunden Rosenmontagszug aufregt, empfehle ich den ganzen Tierschützern hier, sich mal da zu engagieren wo es wirklich notwendig ist. Z.b. in viel zu kleinen Ausläufen im Zoo oder viel zu engen Aquarien. Oder direkt in den Reitställen, wo viele Pferde noch 22 Stunden auf 12 Quadratmeter gehalten werden. Aber da kräht kein Hahn nach...

    • Christian 25.07.2018, 19:49 Uhr

      Also werden in Zukunft alle Menschen vom Rosenmontagszug verbannt. Weil von Ihnen die Gefahr ausgeht. Das wäre nur allzu konsequent. Und eines können Sie mir glauben, die"ganzen Tierschützer hier" engagieren sich an allen Orten, die Sie hier aufzählen, und darüberhinaus an vielen Stellen, an die gar nicht denken.

  • Tierarzt Dr. Ralf Unna, MdR 25.07.2018, 17:29 Uhr

    Falsch und gefährlich: für jeden weiteren Unfall mit verletzten Menschen und Tieren sind die verantwortungslosen Mitglieder des Festkomitee persönlich haftbar zu machen! Dr. Ralf Unna Vizepräsident des Landestierschutzverbandes NRW

    • Claus Kronaus, Geschäftsführer Ärzte gegen Tierversuche e.V. 25.07.2018, 19:34 Uhr

      ... sehr treffend auf den Punkt gebracht!! Ausreden gibt es bei einem weiteren Unfall keine mehr, alle Expertenmeinungen GEGEN Pferde im Rosenmontagszug liegen seit Monaten auf dem Tisch. Claus Kronaus Geschäftsführer Ärzte gegen Tierversuche e.V.

  • Haraldus 25.07.2018, 17:05 Uhr

    Ich finde richtig, wenn Pferde nicht mehr im Rosenmontagszug mitziehen. Ich halte so etwas für unnötige Tierquälerei. Schließlich gibt es Traktoren und Fußgruppen. Tradition ist nicht immer ein Argument.

  • Liesschen Müller 25.07.2018, 16:49 Uhr

    Typisch Klüngel!!! Etwas anderes habe ich in Köln auch nicht erwartet, dass man sich gegen das Tierwohl entscheidet! Hauptsache die Ehrengarde, Prinzengarde, Altstädter, Blaue und Orange Funken können weiter hoch zu Ross dabei sein. Da saßen wieder die richtigen Pöstchensträger im Gremium, die selber mitreiten im Rosenmontags-Zug. Meistens noch übergewichtige alte Männer, die ganze Jahr über nicht reiten gehen. Schade Düsseldorf hatte es doch vorgemacht mit dem Kutschen-Verbot. Aber in Köln zählt nur der Egoismus!!!