Umweltschützer kämpfen für Erhalt des Frankenwaldes in Bergisch Gladbach

Umweltschützer im Frankenwald

Umweltschützer kämpfen für Erhalt des Frankenwaldes in Bergisch Gladbach

Von Erik Butterbrodt

  • Frankenwald könnte bald einem Gewerbegebiet weichen
  • Umweltschützer rufen Onlinepetition ins Leben
  • Umweltministerium sieht Pläne der Stadt kritisch

In Bergisch Gladbach kämpfen Umweltschützer seit Ende vergangenen Jahres für den Erhalt des Frankenwaldes. Der ist ein beliebtes Naherholungsgebiet nahe der A4. Im Rahmen einer Online-Petition sind bis Montag (20.01.2020) schon über 3300 Unterschriften zusammengekommen.

Zuletzt hatten sich die Umweltschützer zu einem Waldspaziergang getroffen, um auf die Gefahr einer Abholzung aufmerksam zu machen. 200 Menschen waren dem Aufruf gefolgt.

Stadt plant neues Gewerbegebiet vor Ort

Grund für die Proteste ist der Flächennutzungsplan 2035, den die Stadt im Herbst vergangenen Jahres verabschiedet hat. Dieser sieht eine Gewerbefläche im Frankenwald vor. Im Dezember wurde bekannt, dass auch eine Rettungs- und Feuerwache in einem weiteren kleineren Gebiet entstehen soll.

Die Stadt begründet die Pläne damit, dass ein Bedarf an Gewerbeflächen existiere, dem man an dieser Stelle gerecht werden könne. Der Frankenwald sei eine geeignete Gegend.

Onlinepetition der Umweltschützer bis Ende Januar

Umweltschützer wandern durch den Frankenwald

Umweltschützer im Frankenwald

Die Umweltschützer bezweifeln, dass Bergisch Gladbach weitere Gewerbeflächen benötigt. Die bestehenden seien nicht vollständig genutzt. Sie haben deshalb eine Onlinepetition ins Leben gerufen. Sie soll Ende des Monats unter anderem der Umweltministerin des Landes NRW, Ursula Heinen-Esser übergeben werden.

Umweltministerium geht derzeit noch nicht von einem Gewerbegebiet aus

Der Frankenwald ist derzeit noch nicht im Besitz der Stadt Bergisch Gladbach. Er ist ein Staatswald. Er müsste aber von der Stadt erworben werden, damit diese dort ein Gewerbegebiet errichten kann. 

Bewirtschaftet und verwaltet wird der Frankenwald derzeit vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Dieser wollte sich gegenüber dem WDR nicht zu dem Thema äußern. Dafür aber das NRW Umweltministerium. Das ist Aufsichtsbehörde des Landesbetriebs.

Schriftlich teilte das Ministerium dem WDR mit: „Im Flächennutzungsplan-Verfahren hatte der Landesbetrieb Wald und Holz Bedenken zur Waldinanspruchnahme für eine Gewerbenutzung eingebracht. Die Frage einer Flächenveräußerung stellt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. (…) Wir wollen mehr Wald, nicht weniger. Diese Position werden wir einbringen, wenn die Entscheidung ansteht und diese sorgfältig prüfen."

Stand: 20.01.2020, 10:40