Der Petersberg bekommt ein Museum

Vertreter der NRW-Stiftung stehen vor dem ehemaligen Wachhaus auf dem Petersberg, das jetzt zum Besucherzentrum wird.

Der Petersberg bekommt ein Museum

Von Sebastian Tittelbach

  • Umbau bis Mitte 2020
  • Ausstellung über Staatsgäste, Politik und Natur
  • Besucherführungen durch Hotel geplant

Das frühere Bundesgästehaus auf dem Petersberg bekommt ein eigenes Museum. Die NRW-Stiftung hat am Donnerstag (31.01.2019) dazu das ehemalige Wachhaus übernommen.

Die geplante Ausstellung soll zeigen, wie wichtig der Petersberg für die Entstehung der Bundesrepublik war. Denn das Gästehaus diente nicht nur als luxuriöser Schlafplatz für Staatsgäste wie die Queen, den Schah von Persien oder Michail Gorbatschow. Mit dem "Petersberger Abkommen" gelang es Bundeskanzler Konrad Adenauer 1949 mehr Souveränität von den westlichen Alliierten für das besiegte Deutschland zu erhalten.

Vom Schlafgemach der Queen bis zu Breschnews Autounfall

Die NRW-Stiftung will das ehemalige Wachhaus bis Mitte 2020 zu einem Besucher- und Informationsgebäude umbauen. Gegenüber dem Steigenberger Grandhotel Petersberg wirkt der 160 qm große Zweckbau schlicht.

In den fünf Gebäudeteilen sollen verschiedene Themen behandelt werden. Einer widmet sich den Staatsgästen von Äthiopiens Kaiser Haile Selassie (1954) bis zum damaligen KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew (1973). Sein Besuch blieb vielen in Erinnerung, weil Breschnew auf der engen Bergstraße einen wertvollen Mercedes beschädigte, den er kurz zuvor als Gastgeschenk erhalten hatte.

Umbau kostet 750.000 Euro

Die noch vorhandenen Sicherheitsanlagen wie Überwachungskameras, Waffenschränke und Beleuchtungstürme sollen als authentische Zeugnisse erhalten bleiben. „Für die NRW-Stiftung ist zudem wichtig, dass hier auch der Naturraum Siebengebirge als ältestes Naturschutzgebiet Deutschland thematisiert wird“, sagte Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg bei der Vorstellung der Pläne am Donnerstag (31.01.2019). Die Umbaukosten beziffert die Stiftung auf rund 750.000 Euro, von denen der Bund 300.000 Euro übernimmt.

Angemeldete Besuchergruppen sollen später von dem Wachhaus aus über das Plateau des Petersbergs und durch das geschichtsträchtige Hotel geführt werden.

Stand: 31.01.2019, 14:38