Seelsorger kritisieren Kölner Erzbischof

Drei Pastoralreferenten vor einer Kirche

Seelsorger kritisieren Kölner Erzbischof

Von Frank Piotrowski

  • Neun Seelsorger aus dem Erzbistum kritisieren Kardinal Woelki
  • Sie fordern ein Umdenken
  • Woelki solle Praktikum in einer Gemeinde machen

Neun Seelsorger aus dem Erzbistum Köln haben massive Kritik an Kardinal Woelki geäußert. In einem offenen Brief, den die Pastoral- und Gemeindereferenten am Montag (18.03.2019) an Erzbischof Kardinal Woelki verschickten, forderten sie ihn zum Umdenken auf.

Der Kardinal habe sich von den einfachen Gemeindemitgliedern entfremdet. Die katholische Kirche habe ihre Glaubwürdigkeit und Autorität verloren. Auch im Erzbistum Köln arbeite sie lebensfremd und rückwärtsorientiert, schreiben die Seelsorger.

Kardinal Woelki soll Praktikum in Gemeinde machen

Die Pastoralreferentin Marianne Arndt von der Gemeinde St. Theodor in Köln-Vingst lädt den Kölner Erzbischof ein, bei ihr ein einwöchiges Praktikum zu machen. Wenn der Erzbischof sie bei ihrer täglichen Arbeit begleite, könne er mehr über die Sorgen, Nöte und Bedürfnisse der Gläubigen kennenlernen.

"Lockerung nicht mehr zeitgemäßer Verbote"

Die Kirche im Rheinland können nur dann ihr Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie die Lebenssituation der Menschen ernstnehme und ein unverkrampftes Verhältnis zu den Gemeindemitgliedern aufbaue. Gleichgeschlechtliche, Unverheiratete und die Mitglieder anderer Konfessionen sollen am gemeinsamen Abendmahl teilnehmen dürfen.

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln.

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln.

Der als konservativ geltende Kardinal Woelki solle sich nicht weiter dagegen stemmen, sondern sich auf der Bischofkonferenz für die Lockerung nicht mehr zeitgemäßer Verbote einsetzen, so die Forderungen der Initiatoren.  

Kölner Erzbischof äußert sich nicht zu dem Brief

Die neun Pastoral- und Gemeindereferenten verstehen ihren Brief nicht als grundsätzliche Ablehnung von Kardinal Woelki, aber sie möchten ihn zum Umdenken bewegen. Ob sie wegen Ihrer Äußerungen mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen müssen, blieb unklar. Das Kölner Erzbistum teilte mit, dass sich der Kardinal nicht zu dem Inhalt des Briefes äußern möchte.

Stand: 18.03.2019, 16:47