Insolvenz angemeldet: Kölner Bordell "Pascha" ist pleite

Insolvenz angemeldet: Kölner Bordell "Pascha" ist pleite

Das Bordell "Pascha" in Köln-Ehrenfeld hat Insolvenz angemeldet. Es gilt als eines der größten Bordelle Europas.

Ein Sprecher des Amtsgerichts bestätigte dem WDR am Donnerstag die Insolvenz des Bordells. Medienberichten zufolge hat die Pleite zwei Gründe: Zum einen sind die laufenden Kosten sehr hoch. Das Pascha befindet sich in einem zehngeschossigen Hochhaus an der Hornstraße in Ehrenfeld. Auch müssen die Angestellten bezahlt werden - zum Beispiel Köche, Reinigungskräfte und Sicherheitsleute.

"Pascha" aufgrund von Corona-Krise keine Einnahmen mehr

Zum anderen hat das Pascha seit Beginn der Corona-Krise keine Einnahmen mehr. Sex-Arbeit ist in NRW wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus verboten. Wie es mit dem Hochhaus an der Hornstraße jetzt weitergeht, ist noch unklar.

Eine Sprecherin des Bundesverbands Sexuelle Dienstleistungen sagte, sie bedauere die Schließung des großen Kölner Bordells. Dass in NRW seit Beginn der Coronakrise ein Berufsverbot für Sex-Arbeiter und Sex-Arbeiterinnen gilt, führe dazu, dass die Prostituierten in die Illegalität und auf die Straße gedrängt würden.

In Niedersachsen können Bordelle öffnen

In Niedersachsen dürfen Bordelle inzwischen unter Auflagen wieder Kunden bedienen. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entschieden. Geklagt hatte ein Bordellbetreiber. Laut NDR teilte eine Gerichtssprecherin mit, dass der Betrieb in Bordellen auch auf milderen Wegen beschränkt werden könne, die den Gesundheitsschutz fördern. Ein vollständiges Verbot sei daher nach Einschätzung des Senats unverhältnismäßig.

Stand: 03.09.2020, 21:00