Parkhaus Büchel in Aachener Innenstadt endgültig zu

Geschlossenes Parkhaus Büchel

Parkhaus Büchel in Aachener Innenstadt endgültig zu

Von Ulrike Zimmermann

  • Scharz-weiß Banner verhüllen Betonklotz
  • Abriss Anfang nächsten Jahres
  • 70 Vorschläge für künftige Nutzung

Das Büchel-Parkhaus ist seit Mittwoch (01.07.2020)) endgültig zu - auch für Dauerparker. Damit geht zugleich ein jahrzehntelanges Gezerre um den maroden Betonklotz zu Ende. Was dort Neues entstehen soll, ist noch offen.

Symbolischer Aufbruch

Die Eingänge des Parkhauses sind verrammelt. Große schwarz-weiß Banner verhüllen von außen die Parkebenen. Sie zeigen Umrisse von Kindern und Erwachsenen, die zum Beispiel arbeiten, tanzen oder spielen. Sie sollen Zeichen dafür sein, dass am Büchel etwas Neues entsteht. Ein Maastrichter Architekturbüro hat die Banner entworfen. Das Büro kümmert sich zusammen mit Aachener Partnern um die Öffentlichkeitsarbeit.

Offen für vorübergehende Nutzungen

Das Parkhaus soll Anfang nächsten Jahres abgerissen werden. Bis dahin soll der Betonkasten auch anderweitig genutzt werden. Für Veranstaltungen bietet sich vor allem das Parkhaus-Dach mit Blick auf den Dom an. Die Stadt Aachen selbst hat dort bereits unter dem Titel „Büchel Live“ einige Talk-Shows rund um das Thema Büchel-Neugestaltung produziert. Man sei offen für Veranstaltungen von Dritten, solange sie keinen zusätzlichen Aufwand verursachen.

70 Vorschläge aus der Öffentlichkeit

Das Planungsteam für die Umgestaltung des Parkhaus Büchel

Aus der Bevölkerung sind bei einem Sondierungsverfahren der Stadt 70 Vorschläge eingegangen. Baudezernentin Burgdorff sagt, zwei Drittel davon zeugten von einem ernsthaften Interesse. Auch potentielle Investoren seien dabei. Die Vorschläge sollen nun ausgewertet werden. Voraussichtlich im Herbst, so die Dezernentin, gehe es dann in die städtebauliche Diskussion: Wie soll der Neubau aussehen? Wie soll er genutzt werden? Wie soll sich das Ganze in die vorhandenen Strukturen einfügen?

Stadt Aachen sieht "einmalige Chance"

Um das Projekt voranzutreiben, hat die Stadt eine Entwicklungsgesellschaft gegründet. Im Aufsichtsrat ist auch Marc Beus von der Linken. Er ist zuversichtlich, dass am Büchel nun endlich etwas passiert. Die Stadt sei zwar auch wirtschaftlichen Zwängen unterworfen, aber es sei ein großer Unterschied zu vorher, als der Büchel als reines Investitionsobjekt von privaten Investoren Rendite abwerfen sollte.

Baudezernentin: "Sich Großstadt trauen"

Der geplante Neubau auf dem Parkhaus-Areal soll einen positiven Impuls für das gesamte Altstadtviertel geben. Dass dort auch das Rotlichtviertel ist, sieht Baudezernentin Burgdorff nicht als unüberwindbares Hemmnis. Sie verweist auf Antwerpen, wo sie selbst im Rotlichtviertel gewohnt hat. Dort sei der Transformationsprozess gelungen. "Man braucht Zeit, einen langen Atem und vor allem viel Mut.“

Stand: 01.07.2020, 19:14

Weitere Themen