Parken soll teurer werden

Lokalzeit2go - Bonn 20.01.2022 02:29 Min. Verfügbar bis 20.01.2023 WDR Bonn

Parken in Bonn wohl bald deutlich teurer

Stand: 20.01.2022, 15:19 Uhr

Das Parken in der Stadt Bonn dürfte bald deutlich teurer werden. Die Bonner Ratskoalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt hat eine Anhebung der Parkgebühren auf ein ähnlich hohes Niveau wie in Köln angekündigt.

Parken für zwei Euro pro Stunde im Bonner Zentrum? Damit wird es bald vorbei sein, wenn es nach dem Willen der Bonner Koalition geht, die eine Mehrheit im Rat hat. Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, dass die Menschen verstärkt zum Umsteigen aufs Rad oder den öffentlichen Personennahverkehr bewegt werden sollen.

Vier Euro pro Stunde in der City

Mit einem Änderungsantrag zur Parkraumstrategie liegen jetzt die Zahlen auf dem Tisch. Ab dem 1. Juni soll das Parken im Bereich des Bonner Zentrums auf Parkplätzen im öffentlichen Raum vier Euro pro Stunde kosten. Bisher kostet der Parkzettel pro Stunde zwischen zwei und 2,60 Euro.

Die so genannte "Brötchentaste", die kostenloses Kurzparken möglich macht, soll genauso abgeschafft werden wie das kostenfreie Parken am Sonntag im Zentrum und am Samstag in den Bezirken. "Parkhäuser sind an diesen Tagen auch nicht kostenfrei", heißt es von der Koalition. Man wolle so Fehlanreize vermeiden.

Parken in Bonn bald wohl deutlich teurer

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Gebührenzone 1 soll größer werden

Die Parkgebühren sollen nicht nur angehoben werden. Die Fraktionen von Grünen, SPD, Linken und Volt wollen auch den Geltungsbereich für die neuen Preise deutlich vergrößern. Die heutige Gebührenzone 2 soll mit ihren Straßen künftig komplett zur Gebührenzone 1 zählen. Damit wächst dieser Bereich von bislang 162 Straßen auf mehr als 900.

Öffentlicher Nahverkehr soll profitieren

"Wir werden die zusätzlichen Einnahmen vorrangig nutzen, um das Bonner Nahverkehrsangebot noch attraktiver zu machen", verspricht Rolf Beu, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen. So soll es zum Beispiel für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen künftig ein einheitliches Monatsticket von 19 Euro geben. Auch für Menschen mit geringem Einkommen soll es das 19-Euro-Ticket geben, wenn sie einen Bonn-Ausweis haben.

Einzelhandelsverband hat "gemischte Gefühle"

Auch wenn von einer Verkehrswende gesprochen werde, gehe die Politik das eigentliche Verkehrsproblem immer noch nicht an, kritisiert Jannis Vassilliou, der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Bonn/Rhein-Sieg-/Euskirchen. Denn die größte Verkehrsbelastung entstehe durch Pendler, die weiterhin keine ausreichend guten Möglichkeiten beim ÖPNV hätten.

Mit den steigenden Parkgebühren für Parkplätze sei er aber trotzdem einverstanden: "Solange die Parkgebühren in den Parkhäusern nicht steigen." Denn die böten für Menschen, die in Bonn shoppen wollen, auch weiterhin in ausreichendem Maße eine gute Möglichkeit zum Parken. Wer aber nur mal "eben schnell in die Reinigung oder Apotheke springen will, der kann durchaus auch einen Euro für eine Viertelstunde zahlen", meint Vassilliou.

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