Osterholz: Doch noch Hoffnung für den besetzten Wald? Lokalzeit Bergisches Land 17.01.2022 13:10 Min. Verfügbar bis 17.01.2023 WDR Von Silvia Pauli

Osterholz-Rodung: Neue Rettungsversuche - geringe Erfolgsaussichten

Stand: 17.01.2022, 18:14 Uhr

Ein offenbar nicht abgesprochener Vorstoß des Wuppertaler OB Schneidewind (Grüne) und ein Eilantrag der Bürger:inneninitiative "Osterholz bleibt" sollten die Waldrodung in Wuppertal verhindern. Das scheint jedoch nicht aufzugehen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte seine Zustimmung zur Rodung bereits Ende Dezember gegeben. Die Fällung von 1500 Bäumen zur Erweiterung einer Abraumhalde ist zulässig. Die Kalkwerke Oetelshofen benötigen die Fläche, um Sand, Lehm und Erdreich aus der Kalksteingewinnung anzuhäufen. Die Rodung sollte trotz des Widerstands von Anwohner:innen, Aktivist:innen und Baumbesetzer:innen kurz bevorstehen.

OB Schneidewind im Alleingang

Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister von Wuppertal | Bildquelle: WDR

Nun wurde bekannt, dass der Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind im Alleingang versucht hat, eine Alternative für die Baumfällungen zu suchen. Schon vor Monaten hatte er Kontakt mit dem Wülfrather Kalkhersteller Lhoist aufgenommen. Sein Ziel: Die Kalkwerke Oetelshofen könnten die vier Millionen Tonnen Abraum, die eigentlich auf der zu rodenden Halde untergebracht werden sollen, in ausgediente Steinbrüche von Lhoist transportieren.

Till Iseke von den Kalkwerken Oetelshofen äußerte Verwunderung über diesen, wie er sagt "sonderbaren" Vorstoß. Schließlich erfordere der Abtransport zigtausende LKW-Fahrten – und zusätzliche Genehmigungsverfahren. "Es würde mich schon sehr wundern, wenn sich jetzt was Neues ergibt", so Isekes Bewertung.

Eilantrag abgelehnt

Am Montagnachmittag hatte sich auch ein weiterer kleiner Hoffnungsschimmer der Baumschützer zerstoben. Ein Anwohner hatte noch gestern (16.01.2022) versucht, per Eilantrag eine einstweilige Verfügung gegen die Rodung beim Verwaltungsgericht Düsseldorf zu erwirken.

Wegen möglicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hätte der Kampfmittelräumdienst das Gebiet sechs Monate vor Baubeginn überprüfen müssen, so der Eilantrag. Die Verwaltungsrichter folgten den Argumenten aber nicht, da eine Rodung von Bäumen als vorbereitende Maßnahme und nicht als Baubeginn zu betrachten sei. Der Eilantrag wurde abgelehnt.