UNESCO: Orgelmusik ist Immaterielles Kulturerbe

Frontalansicht einer Orgel.

UNESCO: Orgelmusik ist Immaterielles Kulturerbe

Am Donnerstagmorgen (07.12.2017) hat die UNESCO Orgelbau und Orgelmusik auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit werde die Bedeutung dieses deutschen Kulturguts gebührend gewürdigt.

Deutschland kann auf eine große Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik zurückblicken, die weltweit ihresgleichen suche, so zitiert die deutsche UNESCO-Kommission in Bonn Staatsministerin Monika Grütters. Orgelbau und Orgelmusik würden von Generation zu Generation weitergegeben, gepflegt und fortentwickelt. Um diese wertvolle Tradition auch in Zukunft zu schützen und zu stärken, steuere die Bundesregierung für die Modernisierung national bedeutsamer Orgeln und den Erhalt wertvoller Instrumente in diesem Jahr mit rund fünf Millionen Euro bei.

"Orgeln sind Meisterwerke, die Epochen überdauern"

Ein Mann in einer Werkstatt zeigt das Modell einer Orgel.

Philipp Klais, Inhaber der Firma Orgelbau Klais, zeigt ein Modell einer Orgel

Der Bauprozess einer Orgel, das komplexe Zusammenspiel ihrer unzähligen Bestandteile, die aufwendige Intonation zur Klangerzeugung – das sei ein Meisterwerk, das Generationen und sogar Epochen überdauern könne, so die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Susanne Eisenmann. Seit dem Mittelalter ist Orgelmusik auch Teil der kirchlichen Liturgie. Sie hat große Komponisten, wie Johann Sebastian Bach oder Felix Mendelssohn Bartholdy in Deutschland und weltweit inspiriert.

Mehr als 50.000 Orgeln klingen heute überall in Deutschland, die meisten in Kirchen, aber auch in der Hamburger Elbphilharmonie steht eine extra angepasste Orgel mit mehr als 4.700 Pfeifen.

Ursprung in Ägypten

Auch wenn die Orgel vor mehr als 2.000 Jahren in Ägypten erfunden wurde, gilt der Orgelbau und die Orgelmusik längst als deutsches Kulturgut: Karl der Große war ein großer Fan der Orgelmusik. Seit dem achten Jahrhundert wurde "die Königin der Instrumente" daher hierzulande weiterentwickelt. Heute stammen weltweit die meisten Orgeln aus deutschen Werkstätten.

Bonner Orgel wird in Elbphilharmonie eingeweiht

Der seit vier Generationen agierende Orgelbauer Klais, hat eine imposante Orgel an die Elbphilharmonie geliefert.

Philipp Klais steht vor der Elbphilharmonie-Orgel.

Philipp Klais führt in vierter Generation die Traditionswerkstatt, die 1882 gegründet wurde.

Philipp Klais führt in vierter Generation die Traditionswerkstatt, die 1882 gegründet wurde.

Die 2016 fertiggestellte Elbphilharmonie gilt als das größte Konzerthaus. Es sucht akustisch seinesgleichen.

Die "Weinberg-Architektur", bei der die Bühne versetzt in der Mitte des Saals zu finden ist, garantiert den Zuschauern nicht weiter als 30 Meter von dem Dirigenten entfernt zu sitzen. Der Klangreflektor sorgt für eine außergewöhnliche Akustik. Der große Konzertsaal bietet 2.100 Menschen Platz.

Titualorganistin Iveta Apkalna posiert vor der Orgel im Großen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg.

Die geschwungene Dachlandschaft haben die schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron ersonnen.

Bonner Orgel für Elbphilharmonie

WDR 5 Morgenecho - Interview | 11.01.2017 | 06:21 Min.

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Stand: 07.12.2017, 11:13