Düsseldorfer wollen offene Oper für alle

Stand: 26.08.2021, 06:05 Uhr

In der Diskussion um die Zukunft der Oper haben gestern Abend die Bürger ihre Vorstellungen präsentiert. Das baufällige Opernhaus soll entweder saniert oder neu gebaut werden. Eine Entscheidung dazu soll Ende des Jahres fallen.

Von Peter Hild

Zentrale Lage, gut erreichbar und raus aus ihrem Nischendasein. Das sind die zentralen Wünsche der so genannten Bürgerräte für die künftige Oper in Düsseldorf, die am Mittwochabend beim letzten Dialogforum vorgestellt wurden.

Die Bürgerräte waren bewusst von der Stadt eingesetzt worden, um die Meinung der Düsseldorfer zu hören - schließlich geht es um das wohl größte Bauprojekt der Stadt in diesem Jahrzehnt.

Stadt will Anregungen aufnehmen

"Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich viele der Bürgerwünsche auch in unseren Plänen wiederfinden werden", begrüßte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) viele Vorschläge. Die Düsseldorfer Stadtspitze favorisiert einen Neubau, ebenso wie ein Großteil der Politik. Die Kosten dafür werden auf mindestens 636 Millionen Euro geschätzt.

"Wir wollen, dass die künftige Oper auch deutlich mehr zu bieten hat als nur Opernvorstellungen, damit sich viele Menschen angesprochen fühlen", meinte Katharina Ringwelski, eine der Sprecherinnnen des Bürgerrats. Denkbar seien etwa Cafés, Restaurants oder auch weitere Räume für externe Künstler, sowie Angebote für Schulen und die Jugend allgemein.

Bürger wollen zentrale Innenstadt-Lage

Verschiedene Standorte sind für die künftige Oper in der engeren Auswahl. Neben dem aktuellen Standort am Hofgarten gibt es auch schon Entwürfe von Architekturbüros für das Kaufhof-Gelände am Wehrhahn, am Südende der Königsallee, im Rheinpark oder im Medienhafen.

Nach Meinung der Bürger sind die Standorte Hafen und Rheinpark wegen ihrer schlechten Anbindung eher ungeeignet. Für die Option Wehrhahn sehen die Bürger deutlich mehr Potenzial. Teile des Hofgartens zu nutzen für einen Neubau am aktuellen Standort ist dagegen für viele tabu.

Oper als Leuchtturmprojekt?

Uneins sind sich die Bürger darüber, welche Dimension die künftige Oper haben sollte. Während sich die einen für eine sichtbare architektonische Landmarke aussprechen, sind andere für eine eher kleinere Oper, die sich besser ins Stadtbild einfügt.

Das denkmalgeschützte Opernhaus aus der Nachkriegszeit ist seit Jahren ein Sanierungsfall. Der Brandschutz und die Bühnentechnik sind marode, es fehlt an Platz. Die Stadt musste bereits einen zweistelligen Millionenbetrag investieren, damit der Betrieb überhaupt weiterlaufen kann. Der Stadtrat soll Ende des Jahres eine Grundsatzentscheidung über Neubau oder Sanierung fällen.

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