Widerstand gegen neues Abfallsystem in Gladbach

Müllwerker schiebt Mülltonnen.

Widerstand gegen neues Abfallsystem in Gladbach

  • Online-Petition mit über 4500 Unterschriften
  • Die Unterschriften wurden an OB Reiners übergeben
  • Kritik: höhere Müllgebühren für größere Familien

Per Online-Petition protestiert eine Initiative gegen das geplante neue Abfallsystem in Mönchengladbach. 4500 Unterschriften wurden am Freitagmorgen (10.08.2018) an Oberbürgermeister Hans Wilhelms Reiners (CDU) übergeben. Künftig soll die Größe der Mülltonnen von der Größe des Haushalts abhängen.

Höhere Müllgebühren für größere Familien befürchtet

Die Kritiker befürchten, dass gerade größere Familien dadurch höhere Müllgebühren zahlen müssen als nötig, weil sie zum Beispiel eine 120 Liter Tonne bezahlen müssen, aber eigentlich viel weniger Müll produzieren.

"Das stimmt so nicht!", sagte der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb dem WDR. Berechnet werde in Zukunft nicht das, was tatsächlich in die Tonne reinpasst, sondern erstmal nur, was ein Gladbacher durchschnittlich pro Woche an Müll produziert.

Beispiel-Rechnung für Drei-Personen-Haushalt

Die Stadt geht davon aus, dass im Schnitt jeder Bürger 15 Liter Müll pro Woche produziert, ein Drei-Personen-Haushalt also 45 Liter pro Woche. Da die Müllabfuhr in Zukunft aber nur noch alle zwei Wochen kommt, wären das 90 Liter.

Da es eine solche Tonne aber nicht gibt, würde dieser Haushalt eine 120 Liter Tonne bekommen. In dieser Tonne soll dann aber eine Markierung bei 90-Liter angebracht werden - entsprechend des errechneten Durchschnittsverbrauches. Die Müllwerker überprüfen dann beim Abholen, ob diese Menge tatsächlich eingehalten wird.

Sondersitzung des Rates

Der Rat der Stadt wird sich nach der Sommerpause in einer Sondersitzung noch einmal mit dem Thema befassen. Wie hoch die Gebühren am Ende tatsächlich ausfallen, dürften aber erst gegen Ende des Jahres feststehen.

Bislang gibt es in Mönchengladbach drei verschiedene Mülleimergrößen: 25, 35 und 50 Liter. Wer wenig Müll produziert, kann sich also für eine kleine Tonne entscheiden und dementsprechend weniger bezahlen. Bei der neuen Regel kann der Bürger nicht mehr selbst wählen, sondern bekommt eine Größe zugeordnet.

Stand: 10.08.2018, 11:51