Neue Aufnahmekriterien für OGS-Plätze in Bonn

[ARCHIV] Zwei Kinder auf dem Schulweg bei schlechtem Wetter

Neue Aufnahmekriterien für OGS-Plätze in Bonn

  • Wohnortnähe künftig das wichtigste Kriterium
  • Stadt will "Schultourismus" vermeiden
  • OGS-Beiträge steigen

Ab nächstem Jahr gelten neue Aufnahmekriterien an den Offenen Ganztagsschulen. Wer sein Kind auf die nächstgelegene Grundschule schickt, wird bei den Plätzen für die Nachmittagsbetreuung bevorzugt.

Wer in Bonn eine Nachmittagsbetreuung für sein Kind benötigt, hat nur an der Grundschule gute Chancen, die dem Wohnort am nächsten liegt. Der Stadtrat hat in seiner vergangenen Sitzung (28.03.2019) den neuen Kriterienkatalog festgelegt.

Ausnahmen für Geschwisterkinder

Die Wohnortnähe ist nun das wichtigste Kriterium. Erst danach spielt es zum Beispiel eine Rolle, ob beide Elternteile arbeiten und deswegen auf eine Nachmittagsbetreuung angewiesen sind.

Ausgenommen sind Familien, in denen bereits ein Kind an einer entfernteren Grundschule betreut wird. In diesem Fall wird ein Geschwisterkind auf dieser Grundschule ebenfalls bevorzugt.

Stadt will "Schultourismus" vermeiden

Die Stadt will so den "Schultourismus" vermeiden. Manche Eltern fahren ihre Kinder morgens weite Strecken in vermeintlich bessere Grundschulen. Möglich ist das, weil es keine Schulbezirke mehr gibt und Eltern die Schule frei wählen können.

Über die Vergabe der OGS-Plätze soll nun Druck auf Eltern ausgeübt werden, doch die nächste Grundschule zu wählen. Dies kann gelingen, weil es in Bonn nur rund 8.000 OGS-Plätze gibt. Rechnerisch ist nur für zwei von drei Grundschülern eine Nachmittagsbetreuung möglich.

Prinzip "Kurze Beine, kurze Wege"

Die Stadt fördert mit den neuen Kriterien das Prinzip "Kurze Beine, kurze Wege". Grundschüler sollen selbst zum Unterricht gehen, statt sich von ihren Eltern im Auto fahren zu lassen. Eine weitere Änderung betrifft die OGS-Beiträge: Sie steigen jetzt jedes Jahr um drei Prozent. 

Stand: 01.04.2019, 09:18