Kalkwerke Oetelshofen fällen im Osterholz 80 Bäume

Baumschützer und -fäller sägen an einem Stamm Lokalzeit Bergisches Land 21.01.2020 03:13 Min. Verfügbar bis 21.01.2021 WDR Von Silvia Pauli

Kalkwerke Oetelshofen fällen im Osterholz 80 Bäume

  • Bäume durch trockene Sommer geschädigt
  • Baumschützer akzeptieren die Abholz-Aktion
  • Waldrodung für die Erweiterung der Abraumhalde verschoben

Im Osterholz zwischen Wuppertal und Haan wollen die Kalkwerke Oetelshofen knapp fünf Hektar Wald fällen. Die Bäume müssen weichen, weil die Abraumhalde des Steinbruchs erweitert werden soll. Seit Monaten kämpft eine Bürgerinitiative gegen das Abholzen und eine Handvoll Aktivisten haben sich in einem Camp zwischen den Bäumen häuslich eingerichtet.

80 Bäume durch Trockenheit geschädigt

Jetzt müssen die Kalkwerke Oetelshofen, denen der Wald im Osterholz gehört, 80 Bäume fällen. Sie sind durch zwei trockene Sommer in Folge stark geschädigt und drohen umzustürzen. Die Abholzaktion, die heute Morgen (21. 01. 2020) begonnen hat, ist nicht Teil der geplanten Rodung für die Abraumhalde. Die Bäume müssen zur Sicherheit von Spaziergängern gefällt werden.

Aktivisten zeigen Verständnis

Dafür haben auch die Aktivisten im Camp Verständnis. Denn einige Bäume könnten auch sie selbst treffen. Mitanpacken wollen sie aber nicht bei der Aktion, erklärt Rabbit, der sich zur Begrüßung aus dem Baumhaus abgeseilt hat. Eine Bedingung haben die Aktivisten aber schon: Die gefällten Baumstämme sollen im Wald liegen bleiben. Als Nahrung sozusagen.

Bürgerversammlung Kalkwerke Oetelshofen Lokalzeit Bergisches Land 09.12.2019 03:57 Min. Verfügbar bis 09.12.2020 WDR Von Christian Licht

Die Kalkwerke Oetelshofen warten indes weiter auf die Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf für die Erweiterung der Abraumhalde. Das Verfahren hat sich verzögert. Ein geplanter Erörterungstermin kann frühestens im März stattfinden. Danach ist es für eine Rodung allerdings erst einmal zu spät. Die Bäume haben also noch einen Aufschub bekommen bis kommenden Winter. Derweil suchen die Steinbruchbesitzer und die Bürgerinitiative gemeinsam nach Kompromissen. Eine Idee: Den Rest des Waldes bewässern, damit nicht noch mehr Bäume dem Klimawandel zum Opfer fallen wie die 80, die jetzt abgeholzt werden müssen.

Stand: 21.01.2020, 17:13