"Längste Theke der Welt": Viele Besucher und wenig Abstand in Düsseldorfer Altstadt

Vor dem Brauhaus "Uerige" in der Altstadt müssen die Besucher für einen Tisch anstehen.

"Längste Theke der Welt": Viele Besucher und wenig Abstand in Düsseldorfer Altstadt

Von Charlotte Hoffmann und Hanna Makowka

Seit Freitag kann die Gastronomie in Düsseldorf wieder ihre Terrassen öffnen. Die Altstadt-Wirte waren vorbereitet auf ihre Gäste - die auch zahlreich gekommen sind. Abstand halten war nicht immer möglich.

Lange Schlangen vor den Brauhäusern: Hier stehen die Besucher am Freitagabend zum Teil mehr als eine Stunde an, um einen Tisch zu ergattern. An einer Bierzeltgarnitur sitzt eine Gruppe junger Männer und genießt ein kühles Alt. Das rege Treiben um sie herum und auch das schlechte Wetter würden sie nicht stören, erzählt einer von ihnen. "Das ist der erste Tag, an dem das wieder möglich ist. Das müssen wir doch ausnutzen!"

Polizei und Ordnungsamt sagten dem WDR am Samstagmorgen, es sei viel los gewesen, aber die Lage war beherrschbar. Dennoch: nicht alle hielten sich an die Maskenpflicht. Teilweise war es vor den Kneipen in den engen Gassen zu voll - von Abstand keine Spur. Die Ordnungskräfte haben für das gesamte Pfingstwochenende verstärkte Kontrollen angekündigt.

Trubel in der Bolkerstraße

Ein Köbes mit einem Tablett voll mit Altbier vor einem Düsseldorfer Brauhaus

Wieder Arbeit für den Köbes

Schon am Freitagmittag waren die Düsseldorfer Wirte voller Tatendrang. Überall in der Altstadt wurden Stühle und Tische geschleppt, die Außenterrassen wieder aufgebaut. Denn wegen der sinkenden Inzidenz treten in Düsseldorf Lockerungen in Kraft und die "längste Theke der Welt" darf wieder besucht werden.

Auf der Bolkerstraße war schon am Mittag einiges los: Lieferwagen standen auf der Straße, Service-Personal baute Sonnenschirme auf und dekorierte die Terrassen. Auch die ersten Essensgerüche lagen in der Luft.

Viel Trubel in der Düsseldorfer Altstadt

Trubel vorm Düsseldorfer Brauhaus

Vor der "Schlüssel"-Brauerei standen sogar schon erste Gäste und warteten gespannt auf die Öffnung. "Endlich können wir wieder zusammen in der Altstadt ein Altbier trinken. Darauf haben wir so lange gewartet", freuten sich drei Radfahrer. Schnell wurden vor der Brauerei noch Abstandsmarkierungen gesprüht, bevor die Gäste ein paar Minuten später Platz nehmen durften.

Die Regeln für den Brauerei-Besuch: Gäste werden erst nach dem Nachweis ihres negativen Testergebnis vom Service-Personal an einen freien Tisch gebracht. Außerdem müssen sie entweder per QR-Code einchecken oder sich am Tisch registrieren.

Corona-Testzentren für Altstadt-Besucher

Ein Stück weiter können sich Besucher kostenlos und ohne Termin testen lassen. Das Ergebnis gibt es bereits zehn Minuten später. Schnelltest-Zentren wie dieses sind in der ganzen Altstadt verteilt.

Jeder Pfennig zählt für Wirte

Auf der Ratinger Straße, der zweiten großen Kneipenstraße in der Düsseldorfer Altstadt, war ebenfalls wieder was los: Die Teams vom "Meilenstein" und "Ohme Jupp" konnten laut eigener Aussagen ohne große Probleme wieder öffnen. Personal, Küche und Getränke standen bereit. Viele Stammgäste hätten sich auch schon angemeldet.

"Wir sind froh, dass wir endlich wieder öffnen dürfen und freuen uns auf unsere Gäste. Aktuell sind wir über jeden Pfennig glücklich, den wir verdienen", sagte eine Servicekraft des "Ohme Jupp". Deshalb sei auch der Außenbereich erweitert worden.

Stand: 22.05.2021, 09:53