Immer mehr Wohnungslose auch auf dem Land

In einem Park schläft ein Obdachloser auf einer Bank, Symbolbild

Immer mehr Wohnungslose auch auf dem Land

  • Gründe: Arbeitslosigkeit und zu geringes Einkommen
  • Viele junge Menschen wohnungslos
  • Mehr Sozialwohnungen gefordert

Auch im ländlichen Raum leben immer mehr Menschen auf der Straße. Darauf hat am Dienstag (12.09.2019) die Caritas in Heinsberg aus Anlass eines bundesweiten Aktionstages aufmerksam gemacht. Als Symbol hatte die Caritas eine Holzbank mitten auf den Marktplatz gestellt. Hier konnten sich Passanten über das Leben von Wohnungslosen informieren.

Mehr Betroffene bei Beratungsstellen

Experten schätzen, dass derzeit in Nordrhein-Westfalen mehr als 30.000 Menschen keine Wohnung haben. Viele von ihnen leben vor allem in den größeren Städten.

Doch obwohl der Kreis Heinsberg ländlich geprägt ist, nimmt auch hier die Zahl der Obdachlosen zu. Es müsse mehr preiswerter Lebensraum geschaffen werden, fordert die Caritas. Öffentliche Gelder müssten in den sozialen Wohnungsbau fließen.

Auch junge Obdachlose

Die Ursachen, warum Menschen ihre eigenen vier Wände verlieren, sind unterschiedlich. "Arbeitslosigkeit, zu geringes Einkommen, Hartz IV", seien häufig verantwortlich für den Verlust der Wohnung, erzählt Birgit Felzmann von der Caritas Heinsberg. Sorge bereitet den Helfern, dass auch immer mehr junge Menschen auf der Straße leben. Viele von ihnen leiden unter Suchtkrankheiten.

Die Beratungsstellen helfen bei der Suche nach einer Wohnung, bauen Hemmschwellen ab. Die bestehen oft auf Seiten der Vermieter. "Wer kein richtiges Einkommen hat, der hat kaum eine Chance auf eine Mietwohnung", sagt Felzmann.

Stand: 11.09.2018, 15:42