Protest: Obdachlose bringen Steine zum Düsseldorfer Rathaus

Die Obdachlosen haben die Steine auf die Rathaustreppe gelegt.

Protest: Obdachlose bringen Steine zum Düsseldorfer Rathaus

  • Protest vor dem Düsseldorfer Rathaus
  • Obdachlose sollten am Campieren gehindert werden
  • Wohnungslose und Bürger räumten Steine zur Seite
  • Stadt kann Protest nicht nachvollziehen

Eine Gruppe von Wohnungslosen hat am Donnerstagmittag (26.09.2019) in Düsseldorf Steine auf den Stufen des Rathauses abgelegt. Sie protestieren so gegen eine Aktion der Stadt. Diese hatte die Steinbrocken unter eine Brücke kippen lassen, um die Wohnungslosen dort am Campieren zu hindern.

Obdachlose tragen Steine von der Rheinkniebrücke zum Rathaus in Düsseldorf

Obdachlose bringen die Steine von der Brücke bis zum Rathaus.

Etwa zehn bis 15 Obdachlose haben diese Steine gemeinsam zum Rathaus gebracht. Die Idee dazu stammt von der Düsseldorfer Obdachlosenhilfe Fiftyfifty. Am Rathaus boten sich Repräsentanten der Verwaltung als Gesprächsparnter an. Sozialdezernent Burkhard Hintzsche, Ordnungsdezernent Christian Zaum und Miriam Koch, Integrationsbeauftragte der Stadt Düsseldorf, diskutieren mit den Obdachlosen.

Steine, die ursprünglich direkt unter der Brücke lagen, sind zur Seite gerückt worden

Die Steine wurden von Bürgern weggeräumt.

Bereits am Mittwochabend hatten Bürger die Steine aus Protest zur Seite gerückt und so den Platz unter der Brücke wieder frei gemacht. Die Stadt hatte das Verteilen der Steine unter anderem mit vermehrten Beschwerden begründet. Außerdem sei das Zelten unter der Brücke aus Brandschutzgründen problematisch.

Stadt hat Unterkünfte angeboten

Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Miriam Koch, hat wenig Verständnis für die Heftigkeit des Protests. Den Obdachlosen seien verschiedene alternative Unterkünfte angeboten worden, unter anderem ein altes Schulgebäude in Heerdt.

Miriam Koch

Miriam Koch, Integrationsbeauftragte der Stadt Düsseldorf

"Ich kann im Moment nicht sehen, was an einer Brücke besser sein soll, als ein Dach über dem Kopf zu haben", sagte Koch. In das Schulgebäude hätten die Wohnungslosen auch ihre Hunde mitnehmen können.

Bei den Obdachlosen sei dieses Angebot so nicht angekommen, entgegnet Oliver Ongaro von Fiftyfifty. Die Schule sei gar nicht geöffnet.

"Mausi", eine Wohnungslose, die an der Protestaktion teilnimmt, hat grundsätzlich Angst vor Übernachtungen in Unterkünften. Man müsse dort immer mit einem offenen Auge schlafen, berichtet sie. "Sonst wird einem alles geklaut."

Düsseldorf: Steine gegen Obdachlose

00:39 Min. Verfügbar bis 26.09.2020

Stand: 26.09.2019, 15:09