Bonner forschen für besseres Hühner-Leben

Am Versuchsgut Frankenforst der Uni Bonn informiert sich die NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser über Möglichkeiten der Verbesserung der Nutztierhaltung.

Bonner forschen für besseres Hühner-Leben

Von Stephan Kern

  • NRW wird Modellregion für bessere Nutztierhaltung
  • Landwirtschaftsministerin besucht Forschungsstation
  • Männliche Küken nicht mehr schreddern

Am Versuchsgut Frankenforst der Uni Bonn hat sich am Montag (19.08.2019) die NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser über Möglichkeiten zur Verbesserung der Nutztierhaltung informiert. Die Aufzucht von Rindern, Hühnern und Schweinen soll in Zukunft umwelt- und tierwohlfreundlicher werden. NRW soll dabei als Modellregion für zukunftsfähige Tierhaltung dienen, insbesondere bei der Geflügelzucht.

Hähnchen mit mehr Fleisch

"Es ist inakzeptabel, dass jedes Jahr 45 Millionen männliche Küken in Deutschland getötet werden", sagte Ministerin Heinen-Esser. Abhilfe neben der Geschlechterbestimmung im Ei könnte in Zukunft auch das sogenannte "Zweinutzungshuhn" versprechen. Hinter dem seltsamen Begriff verbirgt sich diese Idee:

Während die Legehennen des Zweinutzungshuhns genügend Eier legen, setzen die männlichen Küken ausreichend Fleisch an. "Wir haben ein hohes Interesse an dem Projekt," so die Ministerin bei ihrem Besuch.

Uni Bonn forscht am Zweinutzungshuhn

Ob die so genannten Zweinutzungshühner flächendeckend im Geflügelsektor eingesetzt werden, ist noch nicht abzusehen, aber das Interesse von Produzenten ist jetzt schon groß, sagt Inga Tiemann vom Institut für Tierwissenschaften der Uni Bonn. "Es gibt immer wieder Landwirte, die merken, dass sich gerade in der Direktvermarktung Kunden viel über das Fleisch und die Eier informieren. Für diese Landwirte sind die Zweinutzungshühner eine echte Alternative zu den Hochleistungshühnern."

Neue Stallkonzepte und weniger Antibiotika

Das Institut für Tierwissenschaften forscht auch an neuen Stallkonzepten für Hühner und Schweine. Außerdem stellte es ein Projekt vor, bei dem sich Melkmaschinen so programmieren lassen, dass es nicht zu Euterinfektionen kommt und sich somit der regelmäßige Einsatz von Antibiotika bei Milchkühen reduzieren lässt.

Eine neue Nutztierhaltungsstrategie soll NRW zur Modellregion machen. "Hier passiert das, was wir hoffentlich in ein paar Jahren in allen Ställen sehen werden", so die Ministerin.

Urteil zum Kükentöten: Tötung vorläufig erlaubt Aktuelle Stunde 13.06.2019 02:46 Min. UT Verfügbar bis 13.06.2020 WDR Von Henry Bischoff

Stand: 19.08.2019, 17:20

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