Kölner Geiselnehmer: Behörde hätte Mann abschieben können

Kölner Geiselnehmer: Behörde hätte Mann abschieben können

Das Bundesamt für Migration (BAMF) hätte den mutmaßlichen Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof schon 2015 nach Tschechien überstellen können. Das hat das Amt dem WDR am Freitag (19.10.2018) bestätigt.

Der Syrer sei mit einem tschechischen Visum in die EU eingereist. Als er später in Deutschland einen Asylantrag stellte, habe das Bundesamt darauf verzichtet, ihn nach Tschechien zu schicken.

Warum, sei nicht mehr nachzuvollziehen. Es sei aber unklar, ob Tschechien den Mann aufgenommen hätte - denn bei Überstellungen von einem EU-Land in ein anderes gebe es immer wieder erhebliche Hindernisse.

Der Syrer hatte am Montag (15.10.2018) im Kölner Hauptbahnhof einen Brandsatz gezündet und eine Geisel genommen. Das BAMF hat den Syrer als Flüchtling anerkannt, er besitzt eine gültige Aufenthaltserlaubnis bis Juni 2021.

Mohammed A. R. ist laut Polizei bislang 13 Mal straffällig geworden, unter anderem wegen Ladendiebstahls und Betrugs. Für Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien gilt generell bis zum 31. Dezember 2018 ein Abschiebestopp.

Stand: 19.10.2018, 18:06