Mehrere Männer stehen in hellen Warnwesten zwischen Baumaschinen auf einer gesperrten Straße

Nord-Süd-Stadtbahn: Droht in Köln ein neues Verkehrschaos?

Stand: 10.01.2022, 16:16 Uhr

Die Stadt Köln hat auf der Bonner Straße mit dem Weiterbau der Nord-Süd-Stadtbahn begonnen. Für die Anwohner könnten die Arbeiten jahrelang Verkehrschaos, Staub und Lärm bedeuten.

"Die Befürchtung sind natürlich riesengroß, wir leben davon, dass Kunden auch parken können und spontan reinkommen", sagt Wolfgang Engels, dessen Fahrradladen genau an der zukünftigen Haltestelle Marktstraße liegt: "Jeder, der nicht mehr zu uns käme, wäre ein riesen Verlust". In den kommenden Jahren werden Teile der Bonner Straße für Autos gesperrt sein. Das könnte Kunden abschrecken. Dazu kommen Lärm und Dreck. Auch Fahrräder müssen zwischen Marktstraße und Raderberggürtel einen anderen Weg nehmen.

2025 sollen die Arbeiten beendet sein

Wolfgang Engels hat einen Fahrradladen an der Bonner Straße

Wolfgang Engels hat einen Fahrradladen an der Bonner Straße

Auf der Bonner Straße bauen Arbeiter provisorische Ampelanlagen auf, Schilder weisen daraufhin, dass Autos nur noch eine Spur benutzen dürfen. Durch die 3. Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn entstehen auf gut zwei Kilometern vier neue Haltestellen.

Andere Veedel werden die Arbeiten auch spüren

Wer in den Kölner Süden rein oder raus will, braucht künftig vermutlich viel Geduld. "Ich gehe davon aus, dass selbst in Zollstock mehr Verkehr sein wird, weil die Menschen sich eine Alternative suchen", glaubt der Rodenkirchener Bezirksbürgermeister Manfred Giesen: "Aber der Ausbau der Nord-Süd-Stadtbahn ist aus meiner Sicht absolut notwendig, da müssen die Anwohner und Geschäftsleute leider durch." Informiert werden sollen die Menschen durch ein Büro auf der Bonner Straße.

Nord-Süd-Stadtbahn ist eine Kölner Dauerbaustelle

Eigentlich sollten schon längst die Bahnen der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf der neuen Strecke unterwegs sein. Aber die Arbeiten haben sich immer wieder verschoben, weil am 3. März 2009 das Stadtarchiv eingestürzt war. Aber auch Anwohner hatten lange gegen die Strecke protestiert, weil beispielsweise entlang der Bonner Straße mehr als 200 große Bäume gefällt wurden.