Blick von oben auf Klosteranlage auf einer bewaldeten Rheininsel

Endgültiges Aus für Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth

Stand: 20.05.2022, 17:36 Uhr

Das Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth bei Bad Honnef ist nicht mehr zu retten. Sowohl der engagierte Elternrat als auch die Stadt Remagen geben auf.

Von Anne Burghard

Die Stadt und Elternvertrete sagen, das Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth bei Bad Honnef sei nicht mehr zu retten. Nachdem der private Schul- und Inselbesitzer Peter Soliman wegen der hohen Brandschutzkosten, die nach eigenen Aussagen ein Gutachter  auf 13,8 Millionen Euro beziffert habe, die Schließung angekündigt hatte, sind auch die Verhandlungen mit anderen möglichen Betreibern gescheitert. Der Kreis Ahrweiler hatte die Nutzung des Schulgebäudes wegen Gefahren für Leib und Leben untersagt.

Gespräche nicht zustande gekommen

Die Stadt Remagen hatte zusammen mit der Verbandsgemeinde Unkel einen neuen möglichen Träger gefunden. Doch daraus wird nichts. Zu Gesprächen mit dem bisherigen Schulbesitzer sei es nicht gekommen, erklärte der Bürgermeister von Remagen, Björn Ingendahl, in einem Brief an die Schüler und Lehrer von Nonnenwerth.

Demgegenüber erklärt der Schulbesitzer, er habe bereits vor 10 Monaten ein Angebot unterbreitet, das nicht angenommen worden sei. Außerdem verhandele er derzeit selbst mit einem möglichen neuen Träger und suche nach weiteren potentiellen Interessenten. Er sei weiterhin bereit, mit der Stadt Remagen Gespräche über die Übergabe der Trägerschaft der Schule zu führen.

Kein Zutritt für Gutachter

Zuvor hatten Eltern, Lehrer, Förderer und Ehemalige den Verein „Rettet Nonnenwerth“ gegründet. Dieser Verein wollte einen neuen Schulträger finden und notfalls das Gymnasium selbst übernehmen. Doch es kam zum Zerwürfnis mit Schulbetreiber Soliman. Der Verein zweifelte die hohen Brandschutzkosten an und wollte einen eigenen Gutachter auf die Insel schicken. Inselbesitzer Soliman habe den Zutritt verwehrt, sagt der Verein. Der Eigentümer erklärt dagegen in einer Stellungnahme, ein Termin hätte eine Woche später stattfinden können. Die Verhandlungen scheiterten.

Probleme für Schüler

Vertreter der Eltern sagten heute, weitere Rettungsversuche seien sinnlos. Das Gymnasium schließt zu den Sommerferien. Den 600 Nonnenwerth-Schülern laufe nun die Zeit davon, so die Elternvertreter.  Nicht alle hätten bereits Plätze in anderen Schulen gefunden. Viele wollten aufs Siebengebirgsgymnasium nach Bad Honnef wechseln. Doch bei den dortigen Elternvertretern stießen die Pläne auf Kritik. Sie wollten nicht, dass die bestehenden Klassenverbände wegen der Vielzahl der neuen Schüler neu organisiert werden.

Besonders schwierig ist es für Abiturienten mit Physik-Leistungskurs. Nach Angaben der Elternschaft von Nonnenwerth hat bisher niemand ein Gymnasium gefunden, das dieses Fach als Leistungskurs anbietet.

Über dieses Thema haben wir in der Lokalzeit Bonn am 19.05.2022 um 19:30 Uhr berichtet.

In dieser Version des Artikels wurde eine Stellungnahme des Inseleigners Peter Soliman berücksichtigt, die zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung des Artikels noch nicht eingegangen war.

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