Kölner Obdachlose bekommen Nikolausgeschenk

Ein Obdachloser Mann liegt in einem Schlafsack auf der Straße

Kölner Obdachlose bekommen Nikolausgeschenk

Von Frank Piotrowski

  • Über 6.000 Menschen ohne festen Wohnsitz in Köln
  • Minustemperaturen können lebensgefährlich werden
  • Arbeiter-Samariter-Bund verteilt Nikolausgeschenke

Für 250 Obdachlose in Köln gibt es am Freitagabend (06.12.2019) ein Nikolausgeschenk vom Arbeiter-Samariter-Bund. Schlafsäcke, Thermounterwäsche und Körperpflegesets. Nach offiziellen Schätzungen leben 6.000 Menschen in Köln auf der Straße.

Die Kölner Hilfsorganisatin "Helping Hands" schätzt jedoch, dass es eher zwischen 8.000 und 10.000 sind. In den vergangenen Jahren ist die Zahl gestiegen. Viele von ihnen kommen aus Rumänien oder Bulgarien. Ohne Sprachkenntnisse ist es für diese Menschen schwierig hier Fuß zu fassen.

Zitternde Menschen ansprechen

Nachttemperaturen von deutlich unter null Grad sind gefährlich für die Menschen, die häufig mit einem Alkohol- oder Drogenproblem zu kämpfen haben. Der Arbeiter-Samariter-Bund bittet Passanten, die auf einen apathisch wirkenden oder zitternden Menschen treffen, diesen anzusprechen und im Zweifel sofort den Notarzt zu rufen. Der frühere SPD-Vorsitzende und heutige Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes Franz Müntefering wird die Päckchen gemeinsam mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker verteilen. Im Anschluss sind die Obdachlosen zu einen gemeinsamen Abendessen eingeladen, das eine Metzgerei gestiftet hat.

Obdachlose in der Kälte

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 18.11.2019 03:39 Min. Verfügbar bis 14.11.2020 WDR 5 Von Silke Tornede

Download

Viele Hilfsangebote für Obdachlose

Die Unterstützung für Obdachlose ist in Köln vergleichsweise gut, sagt Andreas Hecht, vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM). Der SKM bietet für die Obdachlosen jeden Tag einen Mittagstisch neben dem Kölner Hauptbahnhof an. Außerdem werden die Männer und wenigen Frauen, die auf der Straße leben, umfassend beraten. Viele andere kirchliche und nichtkirchliche Organisationen bieten Hilfsleistungen an. Theoretisch gibt es ausreichend viele Notschlafplätze in Köln, so Andreas Hecht vom SKM, es gibt aber viele Obdachlose, die es psychisch nicht schaffen, in eine solche Einrichtung zu gehen. Zum Beispiel, weil sie ihren Hund nicht mitnehmen dürfen oder auch einfach nur aus Scham.

Armut in NRW Markt 04.12.2019 07:59 Min. UT Verfügbar bis 04.12.2020 WDR Von H.-C. Schultze, Gregor Witt

Stand: 06.12.2019, 16:01

Weitere Themen