Ermittlungen im Fall Niklas ergebnislos eingestellt

Der Tatort von Niklas gewaltvollem Tod nach zwei Jahren

Ermittlungen im Fall Niklas ergebnislos eingestellt

  • 17-jähriger Schüler vor drei Jahren getötet
  • Mutmaßlich zahlreiche Mitwisser
  • Mauer des Schweigens
  • Mutter ist schockiert von Nachrichten

Drei Jahre nach dem gewaltsamen Tod des 17-jährigen Niklas in Bad Godesberg hat die Bonner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Das bestätigte Behördensprecher Robin Fassbender am Samstag (04.05.2019) dem WDR.

"Die Nachricht, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat, war nicht sehr überraschend für mich", erklärte Niklas' Mutter dem WDR. "Dennoch ist es für mich ein emotionaler Schock."

Der 17-jährige Niklas war an einem Wochenendabend Anfang Mai 2016 aus einer Gruppe heraus angegriffen worden und durch einen gezielten Tritt gegen den Kopf getötet worden.

Ermittlungen in Bad Godesberg ohne Erfolg

Oberstaatsanwalt Fassbender geht davon aus, dass eine Vielzahl von jungen Menschen in Bad Godesberg weiß, wer Niklas getötet hat. Die Mauer des Schweigens sei aber bis heute nicht gebrochen. Niemand aus der Jugendszene von Bad Godesberg habe eine brauchbare Aussage gemacht.

Auch Niklas Mutter leidet unter den Ermittlungen. "In erster Linie bin ich traurig und zugleich schockiert", sagte sie dem WDR. Dennoch könne sie "die unzähligen Pannen und Ungereimtheiten nicht ausblenden", die sie seit Niklas' Tod erlebt habe.

Der 17-jährige Niklas war am Tatabend nach Mitternacht mit Freunden auf dem Heimweg. Die Gruppe wurde unvermittelt von anderen angepöbelt und Niklas mit einem gezielten Tritt an den Kopf zu Boden gebracht. Er erlag wenige Tage später seinen schweren Verletzungen, ohne wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein.

Prozess 2017 ohne Ergebnis

2017 standen zwei junge Männer wegen der Tötung von Niklas zwar vor Gericht. Die Beweise reichten aber nicht zu einer Verurteilung.

Die Ermittlungen sind jetzt offiziell eingestellt. Sollte es aber eine neue Spur geben, können sie jederzeit wieder aufgenommen werden. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, so Staatsanwalt Faßbender, wenn sich in Bad Godesberg jemand trauen würde auszusagen.

Sicherheitsdiskussion in Bad Godesberg

Der Tod des 17-jährigen hatte 2016 zu Entsetzen in Bad Godesberg geführt und eine Sicherheitsdiskussion ausgelöst. Dort hatte sich eine gewalttätige Jugendszene gebildet und immer wieder brutale  Übergriffe verübt.

Die Polizei hat mittlerweile mit häufigen gezielten Kontrollen reagiert und die Szene damit einigermaßen befriedet. Die Zahl der Gewalttaten ist seitdem nicht mehr signifikant höher als in anderen Stadtteilen Bonns.

Stand: 04.05.2019, 18:08