Niederlande: Restaurants für vier Wochen zu

Niederlande: Restaurants für vier Wochen zu

Die Niederlande verschärfen ihre Corona-Regeln deutlich. Ministerpräsident Mark Rutte stellte am Dienstagabend einen strengen Maßnahmenkatalog vor.

Ausgerechnet jetzt während der NRW-Herbstferien verschärfen die Niederlande ihre Corona-Regeln drastisch. Ministerpräsident Mark Rutte stellte am Dienstagabend den neuen Maßnahmenkatalog vor. Rutte zufolge sollen die Regelungen am Mittwoch für vier Wochen gelten. Nach zwei Wochen werden sie aber evaluiert - und dann möglicherweise zurückgenommen oder fortgesetzt.

Das sind die geplanten Corona-Maßnahmen:

  • Maskenpflicht in allen öffentlichen Räumen
  • Kneipen, Cafés und Restaurants werden für Publikum geschlossen
  • Abholung von Speisen bleibt erlaubt, in Coffeeshops aber nur bis 20 Uhr
  • Kein Alkoholverkauf nach 20 Uhr
  • Privathaushalte sollen nur drei Gäste pro Tag empfangen dürfen
  • ÖPNV-Nutzung nur bei dringender Notwendigkeit
  • Kein Mannschafts-Amateur-Sport für Erwachsene
Mark Rutte, niederländischer Ministerpräsident.

Mark Rutte, niederländischer Ministerpräsident.

Die niederländische Regierung reagiert damit auf die stark steigenden Neu-Infektionen mit dem Coronavirus. In den vergangenen sieben Tagen waren 252 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet worden. Am schlimmsten betroffen sind Amsterdam und Rotterdam mit je etwa 410 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Fast in allen Regionen sei die Lage "alarmierend", so Rutte.

Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen steigt den Angaben zufolge schnell an. 34 Menschen waren am Dienstag nachweislich an Covid-19 gestorben, am Vortag waren 13 Todesfälle gemeldet worden. Seit Ausbruch der Pandemie gab es nachweislich im Land rund 190.000 Infektionen und 6.631 Todesfälle.

Gastronomen: Albtraum für Unternehmer

Die neuen Regeln seien für viele Unternehmer der absolute Albtraum, so Dirk Beljaarts vom Niederländischen Hotel- und Gaststättenverband: "Wir wissen durch Untersuchungen, dass viele Rücklagen längst aufgebraucht sind. Einige Geschäftsleute denken außerdem ernsthaft darüber nach, aufzuhören und zu schließen."

Die Gastronomen sollen ausbaden, was insbesondere jüngere Menschen durch private Feiern verbockt haben, ärgert sich auch Frank de Reu, Sprecher der Gastrobetriebe in der Urlaubsprovinz Zeeland: "Ich hoffe, dass dem Kabinett bewusst wird, dass illegale Partys in Scheunen oder privat zu Hause viel gefährlicher sind bei der Ausbreitung des Virus als ein normaler Restaurantbetrieb."

Korrektur: In einer früheren Version dieses Beitrags wurde die Dauer der beschlossenen Maßnahmen unklar formuliert. Feststeht: Sie gelten für die nächsten vier Wochen - nach zwei Wochen werden sie aber evaluiert - können also wieder zurückgenommen werden oder die vollen vier Wochen gelten.

Stand: 14.10.2020, 16:12