Lockdown in den Niederlanden - Einkaufs-Touristen im Grenzgebiet?

Niederländische Nationalflagge or blauem Hintergrund

Lockdown in den Niederlanden - Einkaufs-Touristen im Grenzgebiet?

In den Niederlanden gibt es seit dem Wochenende einen harten Lockdown. Viele Niederländer aus der Grenzregion fahren deshalb nach Deutschland zum Shoppen – wie beispielsweise nach Kleve.

Am Montag waren viele niederländische Autos auf dem Weg nach Kleve zu sehen. Sie kommen für die letzten Weihnachtseinkäufe her. „Seit Samstagabend haben wir Lockdown. Wir können nicht Shoppen, keinen Kaffee trinken – und hier geht’s“, erzählt ein niederländisches Ehepaar.

Bürgermeister appelliert: Nicht nach Kleve kommen

Niederländische Shopping-Touristen sind in Kleve soweit nicht ungewöhnlich und normalerweise gern gesehene Gäste. Doch wegen der neuen Corona-Variante Omikron macht sich der Klever Bürgermeister Wolfgang Gebing sorgen.

Er fürchtet, dass wegen des niederländischen Lockdowns in den kommenden Tagen deutlich mehr Besucher kommen könnten. Gebing appelliert an die Niederländer: „Ich würde mich freuen, wenn die niederländischen Gäste in diesen Tagen der zunehmenden Pandemie etwas zurückhaltender bei ihren Besuchen sind und nicht nach Kleve kommen.“ Notfalls will der Bürgermeister Hilfe von der Politik einfordern: „Wir können natürlich keine Einreisesperren verhängen, das müsste dann auf höherer Ebene passieren. Wir können nur appellieren.

Passanten finden Grenztourismus in Ordnung

Die Passanten in der Klever Innenstadt sehen das lockerer. Man sei während des Lockdowns in Deutschland schließlich auch über die Grenze gefahren, erzählt ein Mann. Und eine Passantin meint: „Die niederländischen Bürger halten sich ja auch an unsere Regeln. Solange das alles so ist, sind sie uns hier herzlich willkommen.

Viele Niederländer auch in Düsseldorf

In Düsseldorf sah es in der Innenstadt am Montag ähnlich aus. Auch hier waren einige Niederländer beispielsweise auf der Schadowstraße zum Einkaufen unterwegs. Unter ihnen ist Familie Hofman aus Amsterdam – die sich wundert, wie voll es ist: „Es ist sehr voll. Aber es ist schon gut mit Masken und Ausweis und dem vielen Testen. Wir haben ein gutes Gefühl.

Dass sie hier als Gäste aus dem niederländischen Lockdownland nicht willkommen seien, oder dass man ihnen aus dem Weg gehen würde – das Gefühl hätten sie nicht. Im Gegenteil: Oliver Wilmering vom Schaustellerverband, der selbst einen Glühweinstand auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt hat, freut sich über die Kunden: „Man muss natürlich auch Veranstaltungen und Zusammenkünfte unter freiem Himmel ganz anders bewerten als Indoor-Geschichten. Von daher sehe ich da keine Gefahr.“ Gezielt für den Grenztourismus Werbung machen wolle er aber auch nicht.

Krefeld und Viersen sehen Lage kritisch

Ähnlich wie in Kleve werden die niederländischen Shoppinglustigen kritisch betrachtet. Man werde das Besucheraufkommen in den nächsten Tagen genau beobachten, heißt es aus dem Rathaus. Der Kreis Viersen hat einen noch geringeren Abstand zur niederländischen Grenze. Hier appelliert der Landrat: „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Grenzübertritten ab oder schränken diese ein.

Stand: 20.12.2021, 19:42

Weitere Themen