Prozess um Mord an Nicky Verstappen

schwarzer Stein mit der Aufschrift "Nicky 13.3.1987 10.8.1998"

Prozess um Mord an Nicky Verstappen

Im niederländischen Maastricht hat am Montag der Prozess gegen Jos B. begonnen. Dabei wies er die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück und beteuerte seine Unschuld.

Die Staatsanwaltschaft wirft Jos B. vor, 1998 den elfjährigen Nicky entführt, missbraucht und ermordet zu haben. Jos B. äußerte sich in einer Videoaufzeichnung, die er vor Gericht abspielen ließ.

Darin erklärte der 57-Jährige, er habe Nicky Verstappen damals in der Brunssumer Heide schon tot aufgefunden. Dabei wären auch seine DNA-Spuren auf die Kleidung des Jungen gekommen. Mit dem Mord selbst habe er nichts zu tun.

Heiße Spur durch DNA

Jos B. aus Simpelveld befindet sich seit zwei Jahren im Gefängnis. Mehrere Versuche seiner Anwälte, ihn bis zum Prozess aus der Haft zu entlassen, wurden vom Gericht zurückgewiesen. Nach dem Angeklagten war mit internationalem Haftbefehl gefahndet worden, nachdem er durch eine der bislang größten DNA-Untersuchungen in den Niederlanden in Verdacht geraten war.

In einem Labor hatten Experten Spuren von ihm auf der Unterwäsche des elfjährigen Jungen gefunden. Im August 2018 wurde Jos B. schließlich in Spanien verhaftet.

Tod in der Brunssumer Heide

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte den Jungen im August 1998 aus einem Sommerlager in der Brunssumer Heide, 30 Kilometer westlich von Aachen, entführt und anschließend ermordet hat. Die Leiche des Jungen wurde einen Tag nach seinem Verschwinden in der Nähe des Lagers gefunden.

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

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