Neuss plant neue Wohnungskonzepte

Karte vom Augustinusviertel in Neuss

Neuss plant neue Wohnungskonzepte

Die Stadt Neuss hat zwei neue Wohnungskonzepte auf der Augustinusstraße geplant. Der neu entstandene Wohnraum soll bezahlbar und sozial sein.

Die Stadt plant auf einem Areal im Augustinusviertel nicht nur Wohnungen, sondern auch eine soziale Wohngemeinschaft, deren Bewohner sich im Alltag gegenseitig unterstützen. Interessierte Käufer sollen in ihren Konzepten deshalb Wohnungen für ältere und beeinträchtigte Menschen einplanen, die nur ein geringes Einkommen haben.

Auch barrierefreie Wohnungen geplant

Neben den gemeinschaftlichen Wohngruppen soll das Neubauprojekt auch Wohneinheiten für ein bis zwei Personenhaushalte beinhalten sowie zwei größere Wohnungen für Familien – berücksichtigt werden sollen dabei vor allem Familien mit behinderten Kindern. Laut den Plänen der Stadt soll jede zehnte Wohnung barrierefrei sein. Dazu kommen Gemeinschaftsflächen für gemeinsame Aktivitäten im Gebäude und im Außenbereich wie beispielsweise ein Spielplatz.

Konzept und Gebot ausschlaggebend für Stadt

Komplett vernachlässigen will die Stadt den Preis für das Grundstück allerdings nicht. Den Zuschlag soll derjenige erhalten, der mit seinem Konzept und seinem Gebot überzeugt.

Das ausgeschriebene Grundstück befindet sich nahe des historischen Stadtkerns und der Innenstadt von Neuss. Die Bewerbungen können bis Ende Oktober eingereicht werden. Dazu zugelassen sind alle interessierten Bauherren und Wohnungsbauinvestoren, auch in Kombination mit zukünftigen Bewohnergruppen.

Weiteres soziales Wohnkonzept auf Augustinusstraße

Rund 500 Meter weiter, ebenfalls auf der Augustinusstraße, steht bereits der Rohbau eines neuen Wohnprojekts auf dem Gelände einer alten Sauerkrautfabrik. Ab Ende des Jahres werden die 154 Wohnungen vermietet. Auch hier soll der Wohnraum bezahlbar sein – mit Wohnberechtigungsschein soll die Miete bei rund sechs Euro pro Quadratmeter liegen, bei den frei finanzierten Wohnungen bei rund zehn Euro.

Kernmieter suchen Nachbarn aus

Auch bei diesem Projekt sollen die Mieter nicht nach Finanzkraft ausgewählt werden, erzählt Niki Lüdtke, Prokurist vom Neusser Bauverein: "Die Besonderheit hier ist, dass nicht wir die Entscheidung treffen, wer hier einzieht, sondern dass es einen Kern der Bewohner geben wird, der gerade gefunden wird. Dafür müssen sich Interessierte mit einem Motivationsschreiben bewerben."

Diese sogenannten Kernmieterschaft soll dann gemeinsam passende Nachbarn auswählen. Ein gutes soziales Miteinander statt nebeinander herleben bei fairen Mieten – das will man bei beiden Projekten schaffen.

Stand: 12.08.2021, 15:19