Einsatz in Neuss: Polizeihund attackiert Terrier

Die Terrier-Hündin "Winnie" der Neusserin Ilse Trauten

Einsatz in Neuss: Polizeihund attackiert Terrier

  • Unangeleinter Polizeihund verletzt Terrier-Hündin
  • Hündin muss eingeschläfert werden
  • Besitzerin will keine Anzeige erstatten

Bei einer Razzia der Polizei in Neuss am Freitag (29.03.2019) hat ein ausgebildeter Rauschgiftspürhund einen Yorkshire Terrier angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Das Tier musste kurz darauf eingeschläfert werden, teilte die Polizei am Montag (01.04.2019) mit.

Der Polizeihund habe in einem Gebüsch in der Nähe der Haltestelle "Stadthalle" nach Betäubungsmitteln gestöbert. Die Seniorin Ilse Trauten (75) stieg zu der Zeit gerade mit ihrem Rollator und ihrer angeleinten Terrier-Hündin Winnie aus der Straßenbahn.

Sie wollte mit einer Freundin in der Nähe der Rennbahn Gassi gehen. Die Hündin bellte in Richtung des Diensthundes, woraufhin sich der Spürhund auf den Terrier gestürzt habe.

"Winnie wurde der Bauch aufgerissen"

Ilse Trautens Yorkshire Terrier-Hündin Winnie (17)

Ilse Trautens Yorkshire Terrier-Hündin Winnie (17)

Trauten zum WDR: "Der Hund hat Winnie den Bauch aufgerissen. Der Besitzer hat noch versucht, den Hund wegzureißen - es ist ihm nicht gelungen." Noch vor Ort hätten die Polizisten sich um die offenen Wunden der schwer verletzten Hündin gekümmert.

Besitzerin erstattet keine Anzeige

Der Tierarzt musste Winnie später einschläfern. Die Polizei habe sich bei ihr persönlich entschuldigt, so Trauten. Die Seniorin will keine Anzeige erstatten: "Das macht meinen Hund auch nicht wieder lebendig."

Winnie sollte eigentlich eingeschläfert werden

Vor drei Wochen sollte Winnie wegen eines Tumors eingeschläfert werden, aber da es ihr wieder besser zu gehen schien, wollte Ilse Trauten wenigstens noch den Frühling mit ihrer Hündin verbringen. Vor elf Jahren hatte sie die Yorkshire Terrier-Hündin aus dem Tierheim adoptiert.

Spürhund weiterhin im Einsatz

Der Drogenspürhund wurde inzwischen von einer anderen Dienststelle einer Sichtung unterzogen und verhielt sich dabei unauffällig, bei künftigen Einsätzen wird er aber an der Leine geführt. Eine generelle Leinenpflicht bei Einsätzen gilt für Spürhunde in NRW nicht.

Stand: 02.04.2019, 13:28

Weitere Themen