Neuer Plan für bessere Luft in Aachen

Der viel befahrene Boxgraben in Aachen.

Neuer Plan für bessere Luft in Aachen

  • Stadtrat beschließt Luftreinhalteplan
  • Kritik von Oppositionsfraktionen
  • 38 Millionen Euro für sauberere Luft

Der Stadtrat hat am Mittwochabend (14.11.2018) mit Mehrheit den aktualisierten Luftreinhalteplan verabschiedet. Ein Dieselfahrverbot ist nicht vorgesehen. Der Entscheidung vorausgegangen war eine kontroverse und teilweise heftige Debatte.

Kritik von Oppositionsfraktionen

Vor allem Grüne und Piraten übten Kritik. Sie vermissen eine echte Verkehrswende, der Plan gehe nicht weit genug, insbesondere was den ÖPNV und den Ausbau des Radverkehrs betrifft. Der Luftreinhalteplan werde das Gericht nicht überzeugen.

Auch die Linke kritisierte den Plan als nicht weitreichend genug und warf der schwarz-roten Ratsmehrheit Versäumnisse vor. Jahrelang habe sie dem Autoverkehr den Vorrang eingeräumt. Dennoch stimmte die Linke dem Luftreinhalteplan zu.

38 Millionen Euro für Luftreinheit

Zwei ASEAG am Elisenbrunnen

Die schwarz-rote Ratsmehrheit glaubt daran, dass die beschlossenen Maßnahmen schnell wirken. Unter anderem werden Dieselbusse mit Filtern ausgerüstet und die Parkgebühren am Straßenrand erhöht.

Insgesamt will Aachen in den nächsten drei Jahren 38 Millionen Euro für sauberere Luft ausgeben. 15 Millionen Euro davon für den Ausbau der Elektromobilität. Aachens Umweltdezernent Markus Kremer sagte: "Modellrechnungen zeigen, die Maßnahmen sind wirksam. Sie werden die Luftqualität nachhaltig verbessern. Fahrverbote dagegen verlagern nur Probleme."

OVG Münster hat letztes Wort

Das Oberverwaltungsgericht Münster wird voraussichtlich im Frühjahr endgültig über Fahrverbote für ältere Diesel in Aachen entscheiden. Die Deutsche Umwelthilfe hatte geklagt, weil die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in Aachen seit Jahren überschritten werden.

Luftreinhalteplan im Stadtrat

00:26 Min.

Stand: 15.11.2018, 09:07

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