Neue Routen für Autofahrer in Bonn

Protestplakat mit der Aufschrift: "City Ring Nein!! Für eine lebenswerte Südstadt" an einem Baum.

Neue Routen für Autofahrer in Bonn

  • Mehr Platz für Fahrradfahrer und Busse
  • Test dauert sieben Monate
  • Anwohner und Organisationen kritisieren Verkehrsführung 

In der Bonner Innenstadt gelten für Autofahrer seit Sonntag (01.09.2019) neue Routen. Die Stadt testet sieben Monate lang eine neue Verkehrsführung - trotz heftiger Kritik.

Ziel der neuen Verkehrsführung ist, dass Fahrradfahrer, Fußgänger und Busse mehr Platz bekommen. Vor dem Hauptgebäude der Universität Bonn sollen weniger Autos fahren. Auf der Kaiserstraße gibt es eine neue Umweltspur, die sich Busse und Fahrradfahrer stadteinwärts teilen. 

60 Parkplätze gestrichen

Für Autofahrer wird die Fahrt auf der Kaiserstraße dagegen zum Hindernislauf: Sie dürfen nur noch Richtung Innenstadt fahren und müssen dabei schmale Seitenstraßen nutzen. Rund 60 Parkplätze wurden entfernt. Der Stadtrat hatte diese Maßnahme kurz vor der Sommerpause beschlossen.

Seitdem war deutliche Kritik an dem Test laut geworden, unter anderem von der Universitätsleitung, dem Studierendenwerk und dem Fahrradclub ADFC. Denn die Autos werden von der Kaiserstraße direkt über eine Fahrradstraße in ein Wohngebiet geleitet, wo die stark besuchte Unimensa liegt. 

Anwohnerinitiative kündigt Protestveranstaltung an

Auf einer Bürgerinformation kritisierten Anwohner, dass rund 60 öffentliche Parkplätze wegfallen. Eine Initiative kündigte für September eine Protestkundgebung an.

Auch der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) machte im Vorfeld deutlich, dass er wenig von dieser Verkehrsführung hält, die Verwaltung hatte eine andere Variante vorgeschlagen. Ein Zurück ist laut Stadtverwaltung nicht möglich, da der Stadtrat die neuen Innenstadtrouten beschlossen hat. Während des Tests sollen zwei Verkehrszählungen stattfinden, um die Auswirkungen zu erfassen.

Stand: 01.09.2019, 16:11