Neue Präventionsstelle gegen sexuelle Gewalt im Erzbistum Köln

Symbolbild: Ein Kreuz steht hinter dem Strebewerk am Dom.

Neue Präventionsstelle gegen sexuelle Gewalt im Erzbistum Köln

Von Milena Furman

„Augen auf! Hinsehen und schützen!“ Mit einer neuen Stabsstelle will das Erzbistum Köln den Kinder- und Jugendschutz vor sexueller Gewalt weiter ausbauen.

Das Erzbistum Köln hat zum 1. November 2022 ihre Präventionsarbeit ausgebaut und eine Stabstelle Prävention gegründet. Geleitet wird diese Stelle von Katja Birkner, Präventionsbeauftragte des Kölner Erzbistums.

Ihre Aufgabe sei es, sich darum zu kümmern, dass sexuelle Gewalt verhindert wird. Und dass in allen kirchlichen Räumen, sei es der in der Jugendarbeit, im Bereich der Altenpflege usw., erklärt die 48-Jährige. Dazu gehöre die strategische Weiterentwicklung, die Qualitätssicherung sowie die Kontrolle, dass alle Bereiche die Standards einhalten.

Ein weiterer Teil sind sogenannte Präventionskurse. In diesen Kursen werden kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speziell geschult und sensibilisiert, mögliche sexuelle Gewalt frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Diese finden bereits seit einigen Jahren statt.

Konsequenz aus Missbrauchsgutachten

Auslöser für die Gründung dieser Stabstelle war die Veröffentlichung des Missbrauchsgutachten im März 2021 der Kanzlei Gercke. Demnach habe es in den Jahren zwischen 1975 und 2018 mehr als 300 Betroffene gegeben.

Bei mehr als der Hälfte handelte es sich um Verfehlungen mit sexuellem Bezug, sexuellen oder schweren sexuellen Missbrauch. Mehrheitlich waren die Täter Priester.  

Es gibt Bereiche, die müssen nochmal besonders abgebildet werden und da haben wir verstanden, dass wir handeln müssen. Katja Birkner
Präventionsbeauftragte

Es ist ein großes Aufgabenfeld, mindestens genau so groß ist auch der Vertrauensverlust innerhalb der katholischen Kirche, das merkt auch Katja Birkner: „Natürlich gibt es auch Menschen, die frustriert sind und die es uns auch nicht ganz abnehmen, dass wir da eine neue Etappe gehen wollen.

Wenn uns gelingt, die Präventionsarbeit einzubauen, in unsere alltägliche Arbeit, auch in unsere Seelsorge, in unser Pastoral, dann können wir nur gewinnen.“

Stand: 08.12.2021, 19:24