Erkelenz: Ein Motorrad fährt durch den Ort Keyenberg.

Neue Pläne für Garzweiler-II-Dörfer in Erkelenz

Stand: 12.01.2022, 15:03 Uhr

Die Stadt Erkelenz will wieder neue Treffpunkte in den noch bedrohten fünf Garzweiler II-Dörfern schaffen. Heißt das nun: Alles wieder auf Anfang?

Von Thomas Wenkert

Vieles deutet daraufhin, dass die Orte Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath nicht dem Tagebau weichen müssen. Die endgültige Entscheidung soll Ende des Jahres fallen.

Menschen üben Kritik 

Die Menschen, die noch in den Orten wohnen, üben Kritik: Zum Beispiel, dass Müll und Unrat herumfliegen würden! Die Stadt solle hier Abhilfe schaffen. Die Menschen verlangen eine Perspektive, auch einen Ort, um sich zu treffen: In Keyenberg soll jetzt das alte Feuerwehrgerätehaus zu einem Treffpunkt umgebaut werden. Entsprechende Gespräche mit Land und Bezirksregierung laufen bereits. Aktuell ist mehr als die Hälfte der Menschen aus den Alt-Dörfern umgesiedelt.

Leute wollen in Dörfern bleiben 

Klar ist, einige Bewohner wollen bleiben. Bürgermeister Stephan Muckel geht davon aus, dass die Menschen bei einem Erhalt der Ortschaften in den Dörfern wohnen bleiben können. Niemand könne dann zwangsumgesiedelt werden, weil die Kohle unter den Dörfern nicht mehr für die Energieversorgung benötigt werde, erklärte Muckel dem WDR.

Rückkäufe von Grundstücken 

Muckel schließt auch Rückkäufe von Grundstücken nicht aus. Entsprechende Regelungen müssten aber gemeinsam mit dem Land und RWE gefunden werden. Die Stadt will das gesamte Gebiet neu überplanen – dabei stehe die Klimaneutralität an erster Stelle.

Neue Nutzung der Kirchen 

Auch wird über eine neue Nutzung der entwidmeten Kirchen in Keyenberg, Kuckum und Berverath nachgedacht.

Aufgrund der steigenden Baupreise – gerade für Holz und Stahl – hat sich der RWE-Konzern inzwischen bereit erklärt, seine Entschädigungszahlungen zu erhöhen. Die meisten Betroffenen stecken mitten in der Umsiedlung – etwa zehn Prozent leben noch in den Altdörfern.