Region Bonn kämpft gegen den Bedeutungsverlust Richtung Berlin

Die Abgeordneten aus der Bonner und Umkreis-Region.

Region Bonn kämpft gegen den Bedeutungsverlust Richtung Berlin

Von Jochen Hilgers

  • Bonn kämpft gegen Bedeutungsverlust
  • Faire Arbeitsteilung Berlin-Bonn
  • Zusatzvertrag bis Frühjahr 2020

Mit einem gemeinsamen Leitbild geht die Region Bonn in die kommenden Verhandlungen um das Berlin-Bonn-Gesetz. Der Oberbürgermeister Ashok Sridharan hatte dazu neben anderen alle Europa-Bundes-und Landtagsabgeordneten aus Bonn, dem Rhein-Sieg, dem Ahrkreis und Neuwied ein gutes Dutzend Mal zu Spitzengesprächen geladen. Am Montag (17.06.2019) stellten sie die Ergebnisse vor.

Kampf gegen die Rutschbahn

Die Vertreter der Region Bonn  fordern ein klares Bekenntnis zur fairen Arbeitsteilung zwischen Berlin und Bonn. Bislang registrieren sie nach eigenen Angaben einen schleichenden Abbau von Ministeriumsposten in Bonn. "Der Rutschbahneffekt nach Berlin sei weiterhin im Gange", sagt zum Beispiel der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Sebastian Schuster.

Berlin-Bonn-Gesetz: 25 Jahre und nun? Lokalzeit aus Bonn 26.04.2019 03:08 Min. Verfügbar bis 26.04.2020 WDR Von Sebastian Tittelbach

In Berlin werde eingestellt, in Bonn pensioniert. Nach dieser Beobachtung von Schuster verbleiben mittlerweile nur noch 6.400 Arbeitsplätze in Bonn, während es in Berlin schon 13.700 sind.

Einziger UN-Standort in Deutschland

Neben dem Erhalt von Bonn als Verwaltungsstandort des Bundes, fordern die Vertreter der Region die Ansiedlung neuer nationaler und internationaler Einrichtungen. Außerdem sollen die Kompetenzen Bonns als einzigen deutschen UN-Standort gestärkt werden.

Zeitdruck vor nächster Bundestagswahl

Bis Mitte 2020, so die Überlegungen, solle ein Zusatzvertrag zu dem Berlin-Bonn-Gesetz Sicherheit für die Region gewährleisten. Der Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan will dabei aufs Tempo drücken, denn der Region sitzt die Zeit im Nacken.

Berlin/Bonn-Gesetz: Bonn will Vertrag

Lokalzeit2go - Bonn 26.04.2019 01:16 Min. Verfügbar bis 26.04.2020 WDR Bonn

Bis zur nächsten Bundestagswahl soll der Vertrag unter Dach und Fach sein. Danach gäbe es in Berlin wieder neue Ansprechpartner und das würde die Verhandlungen weit zurückwerfen. Eine Unsicherheit bleibt trotzdem: Wenn die Koalition zerbricht, wird sich in Berlin so schnell wohl kaum jemand um die Bonner Belange kümmern. Da hat man an der Spree sicher andere Sorgen.

Stand: 17.06.2019, 12:10