Neue App will Fahrrad fahren in Wuppertal sicherer machen

Neue App will Fahrrad fahren in Wuppertal sicherer machen

  • Gefahrenpunkte sammeln
  • Impulse für die Stadtentwicklung
  • Viele Radfahrer sollen mitmachen

Man sieht Tim Holthaus nicht an, dass er gerade Daten sammelt: Der Logistikexperte von der Bergischen Universität radelt durch das Luisenviertel in Wuppertal  - und das Handy steckt in der Jackentasche. Aber jede Bewegung, die er mit dem Fahrrad macht, wird aufgezeichnet und in die Cloud geschickt.

Radwege verbessern

"SimRa" heißt die App, die ursprünglich von  der TU Berlin entwickelt worden ist. Tim Holthaus kümmert sich um die Daten aus Wuppertal. Stellt die App fest, dass der Fahrer heftige Ausweichbewegungen machen muss oder gar stürzt, setzt sie Markierungen: Gefahrenpunkte.

Je mehr Radfahrer die App nutzen, desto präziser werden die Analysen. "Damit hat der Radfahrer ein Medium, um mitzuteilen, wo Defizite tagtäglich auftauchen." Gefahrenpunkte können eng zugeparkte Straßen sein oder unübersichtliche Kreuzungen.

Gefährliche Wege werden gemieden

Handy mit Fahrradapp

Die App markiert Gefahrenstellen auf einer Karte

Mit den Daten können die Radwege gezielt verbessert werden. Sind konkrete Gefahren bekannt, ist die Stadt sogar verpflichtet, für Abhilfe zu sorgen. Die App wertet die Sensordaten aus dem Handy aus. Sogar unterschiedliche Straßenbeläge kann sie unterscheiden - und werden Wege überhaupt nicht befahren, kann auch das ein Hinweis sein.

"Wenn man feststellt, da ist eine Straße, die wird gar nicht benutzt, dann kann das ein Indiz dafür sein, dass sie so unsicher ist, dass sie gemieden wird", sagt Holthaus.

Open Data

Fahrrad auf Bürgersteig

App erkennt Straßenbeläge

Die App sammelt zwar viele Informationen, kann aber so eingestellt werden, dass die Profile komplett anonym bleiben. Der Nutzer kann wählen, ob die gesamten Strecken oder nur Teile übertragen werden, so dass über die Routen keine Rückschlüsse über individuelle Daten möglich sind.

Die Daten sind offen zugänglich. In Zukunft können nicht nur Verkehrsplaner davon profitieren. Logistikunternehmen etwa, die mit Lastenfahrrädern arbeiten, können später so zum Beispiel die besten Wege für ihre Transporte wählen. Richtig aussagekräftig werden die Daten der App aber erst, wenn viele Radfahrer sie auch nutzen. Außer in Wuppertal ist die App in NRW auch noch in Remscheid, Solingen und Düsseldorf und im Ruhrgebiet verfügbar.

Stand: 24.02.2020, 11:57