Neubau der Haftanstalt Köln-Ossendorf verzögert sich

Wachtürme und ein Schild, das den Zutritt untersagt sind in Köln auf der Mauer der Justizvollzugsanstalt Ossendorf zu sehen

Neubau der Haftanstalt Köln-Ossendorf verzögert sich

  • Justizministerium nennt keinen Zeitplan für Neubau
  • Vorübergehende Unterbringung für Häftlinge fehlt
  • Kölner JVA muss dringend erneuert werden

Der Neubau der Justizvollzugsanstalt im Kölner Stadtteil Ossendorf verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Das hat das NRW-Justizministerium am Mittwoch (21.08.2019) bestätigt. Die JVA-Leitung hatte mit einem Beginn des Neubaus im kommenden Jahr gerechnet.

Die JVA Ossendorf muss dringend saniert werden: Brandschutz, Türschlösser, Sanitäranlagen und Elektrik sind völlig veraltet. Da eine Sanierung voraussichtlich teurer geworden wäre als ein Neubau, hat sich das Ministerium für Letzteres entschieden.

Gefängnisse haben keinen Platz für 500 Häftlinge

Dass der Neubau sich jetzt verzögert, liegt nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums daran, dass 500 Häftlinge für die Zeit der Bauarbeiten in eine andere Haftanstalt umziehen müssen. Es gibt aber zur Zeit kein Gefängnis, das Platz für 500 Häftlinge hat. Die Plätze für erwachsene Männer in Nordrhein-Westfalen seien nahezu alle belegt, heißt es vom Justizministerium.

Andere Anstalten müssen erst fertig werden

Die Arbeiten in Ossendorf können erst starten, wenn zwei andere Haftanstalten im Land fertig gebaut sind. Und zwar die Gefängnisse in Münster und Willich. Sie hätten dann möglicherweise die notwendigen Kapazitäten frei. "Der Neubau der JVA in Münster befindet sich zur Zeit in der Planung, in Willich laufen die Vorarbeiten", sagt Marcus Strunk vom Justizministerium des Landes.

Inside JVA - Zu Besuch hinter Gittern

1LIVE Reportage 07.01.2019 36:38 Min. Verfügbar bis 07.01.2020 1LIVE

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Kölner JVA soll in zwei Abschnitten neugebaut werden

Der Neubau der Kölner JVA soll nach derzeitigem Stand in zwei Abschnitten erfolgen. Zur Sicherheit wird dann durch die 25 Hektar große Anlage eine Mauer gezogen. Auf der einen Seite wird abgerissen und neu gebaut, auf der anderen bleiben die Insassen inhaftiert. Im zweiten Abschnitt würden dann die Häftlinge auf der anderen Seite der Mauer ausgelagert und dort gearbeitet.

Stand: 21.08.2019, 13:52

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