Wirtschaftswege im Nationalpark Eifel sollen verschwinden

Wirtschaftswege im Nationalpark Eifel sollen verschwinden

Im Nationalpark Eifel werden hunderte Kilometer alter Wege in den nächsten 15 Jahren nach und nach verschwinden. Die Natur soll sich dort ungehindert entwickeln.

Für ein kleines Insekt kann ein Forstweg zum unüberwindbaren Hindernis werden. Und auch Wildkatzen fühlen sich durch Menschen auf Forstwegen gestört. Damit sich die Natur aber im Nationalpark frei entfalten kann, werden Wirtschaftswege in dem Schutzgebiet ab 2019 beseitigt.

Dabei geht es um hunderte Kilometer alter Wege von Forst-, Landwirtschaft oder Militär. Sie sollen in den nächsten 15 Jahren nach und nach verschwinden und wieder von der Natur eingenommen werden. 400 Kilometer dieser Wege durchschneiden noch das 110 Quadratkilometer große Schutzgebiet, wie die Nationalparkverwaltung feststellte.

Wander- und Reitwege nicht betroffen

Die Wege hätten vor allem negative Auswirkungen auf Tiere - unter anderem Insekten, sagte Nationalparkleiter Michael Röös am Samstag (22.12.2018). Von den Maßnahmen seien ausgewiesene Wander-, Reit- oder Radwege nicht betroffen - es werde also niemandem etwas weggenommen. Die Wirtschaftswege dürften ja schon jetzt nicht mehr genutzt werden. Nach und nach würden diese Wege aufgerissen, nicht mehr gepflegt oder die Zugänge gesperrt

Breite Forstwege stoppen Insekten

Für die Insekten, die feuchten Untergrund lieben, müsse ein vier Meter breiter verdichteter Waldweg wie eine Wüste wirken. "Es ist der gleiche Buchenwald auf der anderen Seite des Weges. Aber der Laufkäfer sieht ihn nicht, der hört ihn nicht, der schmeckt ihn nicht und er riecht ihn nicht. Der läuft auf dem Weg und sagt nach einem Meter: "Jetzt reicht es" - und läuft zurück", sagte Röös. Diese Isolation führe am Ende bei vielen Tierarten zu Inzucht und Genverlust.

Stand: 22.12.2018, 14:43