Ärger in Hamminkeln: Straßen.NRW mäht 3000 Frühlingsblumen

Ärger in Hamminkeln: Straßen.NRW mäht 3000 Frühlingsblumen

Von Lisa Mathofer & Christian Zimmer

Mangelnde Kommunikation hat in Hamminkeln zu einem kleinen Frühlings-Desaster geführt: Der Heimatverein pflanzte Tulpen und Narzissen, Straßen.NRW mähte sie kurz nach dem Blühen wieder ab.

Umgegrabene Erdklumpen liegen aufeinander, in der aufgewühlten Erde blitzen einzelne Grashalme hervor. Dazwischen liegen am Stiel gerupfte gelbe Narzissen. Christoph Schmidt-Rotthauwe fährt mit seinem Fahrrad an dem umgegrabenen Grünstreifen entlang der Hauptstraße in Hamminkeln, schaut bedrückt auf die kahle Fläche. Mit seinem Heimatverein Ringenberg hatte er dort rund 3000 Blumenzwiebeln gepflanzt.

Fräsen ist Pflichtarbeit von Straßen.NRW

Ärger in Hamminkeln: Straßen.NRW mäht 3000 Frühlingsblumen

Christoph Schmidt-Rotthauwe ist geschockt über die gemähten Blumen.

Vergangene Woche kamen dann Arbeiter von Straßen.NRW und frästen den Grünstreifen ab - mit allen Narzissen und Tulpen, die gerade vorsichtig die ersten Spitzen aus der Erde gestreckt hatten. Für Christoph Schmidt-Rotthauwe ein Schock: "Man hat sich erstmal geärgert. Es ist 'ne Emotion die da hochkommt. Es war schade um die Arbeit, schade um den Anblick. Man versucht das wegzustecken, soweit das eben geht“, sagt der Rentner.

Ärger in Hamminkeln: Straßen.NRW mäht 3000 Frühlingsblumen

Der Grünstreifen muss laut Straßen.NRW regelmäßig umgegraben werden, damit Regenwasser besser einsickert.

"Natürlich tut uns das leid. Wir sind ja keine Umweltfrevler oder Zerstörer", sagt Frank Budnowski, Sprecher von Straßen NRW. Doch die Arbeiten an dem Grünstreifen müssten regelmäßig alle paar Jahre durchgeführt werden, so nimmt die Erde den Regen besser auf. Dass unter der Erde bereits Frühlingsblumen sprossen, ahnte niemand. Der Grünstreifen ist außerdem Hoheitsgebiet von Straßen.NRW. "Die Arbeiter haben ihren Job gemacht. Für uns ist der Streifen erstmal dringend als Entwässerungsfläche nötig", sagt Budnowski.

Heimatverein hofft auf zweiten Austrieb der Blumen

Bei aller Enttäuschung: Christoph Schmidt-Rotthauwe gibt die Hoffnung nicht auf, dass die Tulpen und Narzissen doch noch aus der Erde sprießen. Vorsichtig befreit er die übrigen grünen Blumenstengel von der Erde. „Wir hoffen es: Wenn die Zwiebeln kräftig genug waren und einen zweiten Austrieb wagen. Im April, Mai sehen wir dann, was daraus geworden ist“, sagt er. In Zukunft bleibt da wohl nur: Vor dem Pflanzen besser miteinander reden. Damit sich so ein kleines Frühlings-Desaster in Hamminkeln-Ringenberg nicht noch einmal wiederholt.

Stand: 07.03.2019, 14:04

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