Naturschützer fordern weniger Flächenverbrauch in Mechernich

Demonstranten fordern andere Bauplanung für Mechernich

Naturschützer fordern weniger Flächenverbrauch in Mechernich

  • Kritik: Naturflächen werden zerstört
  • Forderung: Bauplanung soll geändert werden
  • Prüfung vor Beginn der Bebauung

„Was ist für unsere Enkel wichtiger? Natur oder Beton?“ stand auf einem der Transparente, die Bürger und Naturschützer vor dem Mechernicher Rathaus präsentierten. Mit Trillerpfeifen und rhythmischen Trommelklängen forderten sie von der Politik ein Umdenken bei der Bauplanung.

Artenvielfalt gefährdet

Durch neue Wohngebiete und Industrieflächen würden gewachsene Naturgebiete nachhaltig zerstört, kritisiert der Naturschutzbund (NABU) Kreis Euskirchen. Peter Berthold, Sprecher des Arbeitskreises "Natürlich.Mechernich" betont, den Naturschützern sei wichtig, Flächen im Vorfeld gründlich auf ihren ökologischen Nutzen zu untersuchen. So sei an der Schavener Heide ein Gebiet zur Bebauung freigegeben worden, das bisher als Puffer zum Naturschutzgebiet gedient habe. Diese Pufferzone sei jetzt weg; dadurch grenze das Baugebiet direkt an eine Naturschutzzone. Dies gefährde die Artenvielfalt.

Mehrgeschossige Häuser

Der NABU fordert Alternativen bei der Bauplanung, etwa mehrgeschossige Häuser. Dadurch könnten mehr Menschen auf weniger Raum untergebracht werden, was den Flächenverbrauch senke. Das hat auch die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Mechernich beantragt. Sie fordert außerdem, 30 Prozent der Wohnfläche für bezahlbaren Wohnungsbau auszuweisen.

Stadt will Einfamilienhäuser

Gespräche mit Bürgermeister und Stadtplaner von Mechernich

Bürgermeister Hans-Peter Schick (2. v.r.) und Stadtplaner Thomas Schiefer (1. v.r.) stellten sich der Kritik der Demonstranten. Schick ist der Meinung, dass man lediglich in den Hauptsiedlungsbereichen in Mechernich und Kommern Bereiche für mehrgeschossige Bebauung vorsehen könne. Aber in die Dörfer – davon hat Mechernich 44 – passe eine mehrgeschossige Bebauung nicht, dorthin gehörten klassische Einfamilienhäuser.

Flächenverbrauch in anderen Kommunen höher

Der Bürgermeister wies auch den Vorwurf zurück, der Flächenverbrauch in Mechernich sei überdurchschnittlich groß. Er verwies auf Daten des statistischen Landesamtes IT.NRW. Demnach haben Siedlungs- und Verkehrsflächen in Mechernich zwischen 1996 und 2015 um 10 bis 20 Prozent zugenommen. Die Nachbarkommunen Schleiden und Zülpich hätten dagegen bis zu 50 Prozent mehr Flächenverbrauch gehabt.

Stand: 11.09.2019, 10:26