Moschee in Köln

Moschee in Köln-Ehrenfeld will Muezzin-Ruf

Stand: 18.11.2021, 07:58 Uhr

In Ehrenfeld soll freitags künftig der Ruf des Muezzins in die Öffentlichkeit übertragen werden. Das haben Vertreter der Moschee-Gemeinde dem Kölner Stadt-Anzeiger erklärt.

Von Oliver Köhler

In dieser Woche soll der Antrag zur Teilnahme an dem Modellprojekt der Stadt Köln zum öffentlichen Muezzin-Ruf bei der Stadt gestellt werden. Die Antragsunterlagen seien vorbereitet, heißt es.

Gemeinde will sich nicht an frühere Vereinbarung halten

Vor dem Bau der Moschee in Ehrenfeld hatte sich die Gemeinde noch dazu verpflichtet, auf den öffentlichen Muezzin-Ruf zu verzichten. Das sei Teil einer acht Punkte umfassenden, schriftlichen Vereinbarung mit der Stadt gewesen, sagt der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, im Vorfeld der Diskussion, dem WDR.

"ln diesen acht Punkten war - das weiß ich sehr genau - die Vermeidung eines Muezzinrufs nach außen. Es war lediglich genehmigt, der Muezzin-Ruf ins Innere hinein, der also überhaupt nicht in die Öffentlichkeit hineindrang. Diesen Punkt hat man mit unterschrieben, hat man mit anerkannt."

Ex-Oberbürgermeister Schramma warnt vor Streit

An diese Vereinbarung fühlt sich die zu dem türkisch-islamischen Verband DITIB gehörende Gemeinde jetzt offenbar nicht mehr gebunden. Schramma geht davon aus, dass es in Ehrenfeld Streit um den Muezzin-Ruf geben wird.

Das auf zwei Jahre befristete Modellprojekt der Stadt sieht vor, dass Moscheegemeinden jeweils zum Freitagsgebet für fünf Minuten den Ruf des Muezzins per Lautsprecher in die Öffentlichkeit übertragen dürfen. Die Lautstärke soll dabei begrenzt werden. Und die Gemeinden müssen die Nachbarschaft über ihr Vorhaben informieren.

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