Mehrere rostige Dosen und alte Plastikflaschen stehen aufgereiht nebeneinander

Ausstellung in Köln zeigt Müll-Fundstücke vom Rhein

Stand: 07.01.2022, 14:39 Uhr

In Köln-Kalk ist ein sogenanntes Müllseum eröffnet worden. Die Dauerausstellung zeigt ausschließlich Dinge, die beim Müllsammeln am Rheinufer gefunden wurden.

Positiv formuliert könnte man die Sammlung einen bunten Strauß nennen: Feuerzeuge, Kronkorken, Schuhe, Spielzeuge aller Art. Es gibt praktisch nichts, das es nicht gibt. So finden sich in der Ausstellung neben ungezählten Spritzen auch Zahnprotesen, Glühbirnen oder Porno-DVDs. Die Ausstellung im Stadtteil Kalk betont bewusst das Unterhaltsame, macht aber auch den ernsten Hintergrund sichtbar. Denn jeden Tag gelangt über den Rhein eine Tonne Müll in die Nordsee.

Das Hauptproblem ist und bleibt Plastik

Was die Schau trotz aller Heiterkeit deutlich macht: Am häufigsten wird Plastik aus dem Rhein gefischt oder am Ufer aufgelesen. Das Müllseum zeigt jahrzehntealte Kunststoffverpackungen, denen die Zeit so gut wie nichts anhaben konnte. So hat es eine unbeschadete Shampoo-Flasche aus den Sechzigern in die Ausstellung geschafft. Sie führt uns vor Augen, wie lange Plastik im Naturkreislauf bleibt.

Müllsammeltruppe hat die Fundstücke zusammengetragen

Die K.R.A.K.E. ist eine ehrenamtliche Müllsammelgruppe. Mehrmals im Monat organisiert sie Müllsammelaktionen entlang des Rheins. Die Mitglieder der Gruppe unterstellen den Menschen, die Müll achtlos wegwerfen, nicht Böswilligeit. Vielmehr seien Unwissenheit und Gleichgültigkeit die Ursache für ihr Verhalten. Aufklären und vor allem Aufräumen, so die K.R.A.K.E.-Mission. Getreu dem ausgerufenen Motto: Müllsammeln ist sexy!

Das Müllseum ist donnerstags von 12 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Es befindet sich in Humboldt-Gremberg in der Zentrale der K.R.A.K.E. in der Burgenlandstraße.

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