Sparprogramm: 1.000 Stellen brechen bei Deutz AG weg

Deutz AG, Werk Köln-Porz

Sparprogramm: 1.000 Stellen brechen bei Deutz AG weg

Der Kölner Motorenhersteller Deutz AG bekommt die Krise deutlich zu spüren. Mit einem Sparprogramm will er Personalkosten einsparen. Dafür sollen rund 1.000 Stellen bis Ende 2022 wegfallen.
 

Der Motorenhersteller Deutz AG in Köln bekommt die Krise deutlich zu spüren. Der Umsatz ist im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um knapp 35 Prozent eingebrochen. Da noch nicht absehbar sei, wie sich die Wirtschaft weiter entwickle, hat die Deutz AG ein Kostensparprogramm aufgelegt. Ingesamt 100 Milionen Euro sollen damit eingespart werden. Vor allem durch geringere  Personalkosten. Rund 1.000 Stellen werden laut Unternehmen wegfallen.

Vor allem der Absatz von Motoren für Land- und Baumaschinen ist gesunken. Lediglich beim Service und den elektrisch betriebenen Bootsmotoren hat Deutz zugelegt. Als Folge der Corona-Krise wurde im Werk in Poll über mehrere Wochen die Produktion still gelegt und die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Sozilverträglicher Jobabbau bis 2022

Nachdem im ersten Halbjahr 2020 bereits 380 Stellen von Leiharbeitnehmern abgebaut worden seien, will Deutz für seine Standorte in Deutschland nun ein Freiwilligenprogramm im Umfang von 350 Stellen auflegen. Der Abbau der darüber hinaus gehenden Stellen soll bis Ende 2022 im Zuge des Auslaufens befristeter Verträge sowie natürlicher Fluktuation erfolgen, teilten die Kölner weiter mit. "Unser oberstes Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine sozialverträgliche Lösung zu finden", betonte Konzernchef Hiller.

Sparprogramm bedeutet noch weniger Arbeitsplätze

Mit dem Personalabbau wollen die Kölner den Großteil ihres Umbau- und Sparprogramms ermöglichen. Deutz beschäftigte laut eigenen Angaben Ende Juni 2020 weltweit 4.673 Mitarbeiter. "Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein und das Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten, ist es unerlässlich, bestehende Prozesse und Strukturen immer wieder aufs Neue auf den Prüfstand zu stellen", sagte Konzernchef Frank Hiller einer Mitteilung vom Dienstag zufolge. Deutz hat sich die Optimierung der globalen Produktion, die Automatisierung und Digitalisierung von operativen und administrativen Prozessen sowie "die konzernweite Verschlankung der Organisationsstruktur" zum Ziel gesetzt.

Nach Erfolgsjahr kam der Gewinneinbruch

Das Unternehmen bekam die Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal stark zu spüren und schrieb erneut rote Zahlen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 42,3 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Deutz noch einen Gewinn von 24,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Bereits im ersten Quartal hatten die Kölner wegen der Pandemie einen Fehlbetrag ausgewiesen, der nun nochmals deutlich höher ausfiel. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 41 Prozent auf 280,2 Millionen Euro einbrach, sackte der Auftragseingang um rund 39 Prozent auf 266,9 Millionen Euro ab.

Stand: 11.08.2020, 11:52