Prozess um Ermordung eines 27-Jährigen in Waldfeucht

Außenansicht des Aachener Justizzentrums

Prozess um Ermordung eines 27-Jährigen in Waldfeucht

  • Vier junge Männer angeklagt
  • Opfer starb durch 50 Messerstiche
  • 22-Jähriger soll Mord geplant haben

Vor dem Aachener Landgericht hat am Montag (15.07.2019) ein Mordprozess gegen vier junge Männer aus dem Kreis Heinsberg begonnen. Sie sollen im Oktober einen 27-Jährigen in Waldfeucht brutal umgebracht haben. Verhandelt wird der Fall vor der 5. Großen Jugendkammer, weil ein Angeklagter zur Tatzeit erst 17 Jahre alt war.

Es ist ein Fall, der – sollten sich die Vorwürfe im Prozess bestätigen – durch große Grausamkeit verstört: Vier junge Männer, damals zwischen 17 und 27 Jahre alt, sollen am Abend des 2. Oktober 2018 einen Mann in einen Hinterhalt gelockt und umgebracht haben. Noch schweigen die Angeklagten zum schweren Vorwurf. Der jüngste von ihnen wandte sich zum Prozessauftakt an die Eltern des Opfers. Es tue ihm leid, was passiert sei. Er habe den 27-Jährigen nie töten wollen.

Tatmotiv: Eifersucht

Drahtzieher war laut Staatsanwaltschaft der Angeklagte Marvin R. (22). Er war mal mit der Freundin des späteren Opfers zusammen. Die Trennung von der Frau habe er laut Anklage nur nach außen hin akzeptiert. Insgeheim soll er geplant haben, den Nebenbuhler aus dem Weg zu schaffen.

Für die Umsetzung des Plans soll Marvin R. sich Komplizen gesucht haben: Den damals 17 Jahre alten Pflegesohn seiner Eltern sowie zwei Iraner, die als Belohnung 3000 Euro erhalten sollten, so die Ermittlungen der Polizei.

27-Jährigen in Hinterhalt gelockt

Stunden vor der Tat soll Marvin R. seiner Ex-Freundin und ihrem neuen Freund noch bei der Renovierung ihres Hauses geholfen haben. Am Abend soll er dann mit seinen drei Komplizen nach Waldfeucht gefahren sein und das Opfer abgefangen haben. Unter dem Vorwand, gemeinsam eine Zigarette zu rauchen, wurde der 27-Jährige laut Anklage auf einen Parkplatz gelockt.

Dort sei der Mann zunächst geschlagen worden. Als er fliehen wollte, soll ihn der damals 17 Jahre alte Angeklagte mit einem Messer am Rücken und am Bein verletzt haben. Danach sei der Verletzte in den Kofferraum des Wagens gesperrt worden. Der 27-Jährige habe sich aber befreien können und versucht zu fliehen. Marvin R. soll ihn verfolgt und dann brutal erstochen haben, mit 50 Messerstichen.

Den drei erwachsenen Angeklagten droht bei einer Verurteilung wegen Mordes lebenslange Haft, dem zur Tatzeit 17 Jahre alten Angeklagten eine Jugendstrafe von maximal zehn Jahren.

Stand: 15.07.2019, 08:57