Mordprozess: Stieftochter in Troisdorf erstochen

Der Angeklagte vor Gericht.

Mordprozess: Stieftochter in Troisdorf erstochen

Von Christoph Hensgen

  • Angeklagter sollte aus dem Haus seiner Exfrau ausziehen
  • Troisdorfer soll Mutter des Opfers mehrfach gedroht haben
  • Nach der Tat stellte sich der 64-Jährige der Polizei

Vor dem Bonner Landgericht muss sich ab Montag (11.11.2019) ein 64-Jähriger aus Troisdorf wegen Mordes verantworten. Ende Juni soll der Mann seine Stieftochter vor den Augen ihrer Mutter erstochen haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer heimtückischen Tat aus niederen Beweggründen.

Angeklagter soll mehrfach auf Stieftochter eingestochen haben

Zusammen mit ihrer Mutter befand sich die 43-jährige Tochter am 29.06.2019 in den Gewächshäusern im Garten. Der ehemalige Lebensgefährte der Mutter schlich sich von hinten an seine Stieftochter heran und stach laut Anklage sofort zu: Zwei Mal in den Rücken, einmal in den Hals und schließlich drei Mal in die Brust. Das Opfer starb noch am Tatort. Danach ging der Mann zur Polizei und stellte sich.

Als sich die Mutter des Opfers im Frühjahr 2019 nach 14 Jahren von dem Angeklagten trennte, fürchtete der offenbar starke finanzielle Einbußen, da das Einfamilienhaus im Grundbuch auf Mutter und Tochter eingetragen sein soll.

Staatsanwaltschaft: Angeklagter wollte seine Exfrau bestrafen

100.000 Euro soll der Troisdorfer von seiner ehemaligen Lebensgefährtin gefordert haben, weil diese das zuvor gemeinsam bewohnte Haus für sich alleine behalten wollte. Da er seine Forderung aber offenbar nicht durchsetzen konnte, soll er seine Stieftochter ermordet haben – um die Mutter zu bestrafen, so die Bonner Staatsanwaltschaft.

Schon vor der Tat habe der Mann gedroht, das Haus anzünden zu wollen, wenn er kein Geld bekäme. Diesen Vorwurf bestreitet der Angeklagte allerdings.

Stand: 11.11.2019, 06:00