Geständnis im Mordprozess gegen 18-jährigen Raser

Gerichtsakten im Mordprozess in Darmstadt.

Geständnis im Mordprozess gegen 18-jährigen Raser

Von Anna Vogel

  • Prozessbeginn am Landgericht Darmstadt
  • Tatvorwurf: Mord
  • Geständiger Angeklagter zeigt Reue

Am Landgericht Darmstadt hat am Donnerstag (18.07.2019) der Gerichtsprozess gegen einen 18-Jährigen begonnen, der bei seiner Flucht vor der Polizei über die Autobahn eine 39-jährige Frau aus Düsseldorf getötet haben soll.

Zu Beginn des Prozesses hat der Angeklagte vor Gericht von seinem Verteidiger verlesen lassen, dass er am 30. Dezember 2019 aus einer Kurzschlussreaktion heraus gehandelt habe.

Er hatte beschleunigt, nachdem Polizisten sein Fahrzeug auf der A5 kontrollieren wollten. Dann versuchte er auf einen Autobahnparkplatz bei Heppenheim abzufahren – angeblich, um von dort in den Wald zu fliehen.

"Man kann meine Frau nicht zurückholen"

Als er mit hoher Geschwindigkeit auf den Parkplatz fuhr, verlor der junge Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit einem parkenden Auto. Die 39-jährige Düsseldorferin, die auf der Rückbank saß, starb noch am selben Abend. Ihr zehnjähriger Sohn wurde schwer verletzt.

"Er hat sich seitdem sehr verändert", sagt sein Vater, der Zeuge des Unfalls war und als Nebenkläger vor Gericht auftrat. Auch er selbst trauere noch immer um seine Frau und ergänzt mit Blick auf den Prozess: "Man kann meine Frau nicht zurückholen."

Öfter ohne Führerschein unterwegs

Der Angeklagte gab vor Gericht zu, dass er schon mehrmals ohne Führerschein gefahren sei. Einmal sei er sogar mit dem Auto seiner Eltern von Darmstadt bis nach Hamburg gefahren. Er habe sich für einen guten Fahrer gehalten.

War es Mord?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 18-Jährigen Mord vor. Verteidiger Sebastian Scharmer sieht das anders und sagt über seinen Mandanten: "Er wollte niemanden verletzen oder töten." Der Angeklagte hatte zuvor dem Witwer im Saal versichert: "Es tut mir unfassbar leid."

Stand: 18.07.2019, 15:48

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